MAIN-KINZIG-KREIS

Profis bei der Arbeit (1): Christian Geis ist Einsatzbearbeiter in der Leitstelle Main-Kinzig

Christian Geis ist Einsatzbearbeiter in der Leitstelle - Fotos: Moritz Pappert

Montag, 13.01.2020
von Moritz Pappert

„Feuerwehr und Rettungsleitstelle Main-Kinzig.“ Wenn man diesen Satz hört ist meist etwas passiert. Egal ob Unfall, Brand oder Hilfeleistung, die Retter von der Leitstelle sind an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden lang unter der 112 erreichbar. Am Telefon erleben die Retter Schicksale und Tragödien hautnah mit.

Einer von ihnen ist Christian Geis. Der 29-jährige ist seit drei Jahren Einsatzbearbeiter in der Integrierten Leitstelle im Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen. Zusammen mit seinen 22 Kollegen ist er zuständig für Notrufe aus dem ganzen Kreisgebiet. Derzeit nehmen fünf Kollegen am Tag und drei in der Nacht die Notrufe an. Wie vieler seiner Kollegen war Geis vorher im Rettungsdienst tätig. „Mich reizt besonders die Abwechslung hier. Man weiß nie was kommt, ein medizinischer Notfall, ein Feuerwehreinsatz oder etwas ganz außergewöhnliches“, so der 29-Jährige.

Besonders emotional seien die Notrufe, in denen Kinder verwickelt sind. „Gerade, wenn man die Eltern anleiten muss, das eigene Kind zu reanimieren geht einem das schon nahe“, sagt Geis. An einen Notruf kann er sich noch ganz besonders gut erinnern. „Zwei Jugendliche hatten auf einer abgelegenen Straße mitten in der Nacht einen Unfall und waren eingeklemmt. Dank des Notrufsystems E-Call konnte ich mit den Insassen kommunizieren und Hilfe anfordern“, so Geis. E-Call sendet bei einem Unfall einen automatischen Notruf an die Integrierte Leitstelle und übermittelt dabei auch den Standort.

Auf Bildschirmen können die Mitarbeiter der Leitstelle sehen, wo der Notfall ist, welche Rettungskräfte sich in der Nähe befinden, die Einsätze verfolgen und mit anderen Leitstellen kommunizieren. „Das ist eine andere Arbeit als beim Rettungsdienst. Hier bekommt man an einem Tag viel mehr Notrufe und Schicksale mit. Gerade nachts muss man da von 0 auf 100 schalten“, so der 29-Jährige.

Die Schlagzahl der Hilferufe ist erheblich. 35 Anrufe gibt es durchschnittlich in einer Stunde. Das bedeutet, dass im Schnitt rund alle 100 Sekunden das Telefon klingelt. Die Integrierte Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises zählt zu einer der größten in Hessen. Seit einigen Monaten gibt es auch im Main-Kinzig-Kreis den Telenotarzt. Derzeit in sieben Rettungswagen. Der Notarzt kann bei Bedarf durch eine Live-Schaltung in Bild und Ton, bei der auch Patientendaten übertragen werden, virtuell mit vor Ort so eine erste medizinische Einschätzung abgeben. „Das System läuft sehr gut. Das ist eine gute Lösung“, sagt Geis.

Ein großes Problem bei den Anrufern der Leitstelle sei, dass viele das System nicht verstehen. „Viele verstehen nicht, dass ich die Rettung schon alarmiere, während ich mit den Leuten noch rede. Einige sind so aufgeregt, dass sie, nachdem sie die Adresse gesagt haben, einfach auflegen“. Deshalb sei es immer wichtig auf Rückfragen zu warten und nicht einfach aufzulegen.

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