Erste Sichtungen in Maintal

Wird dieser kleine Krabbler bald zum gewaltigen Problem?

Große Drüsenameise breitet sich aus. - Foto: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS)/A. Bellersheim


Sonntag, 12.04.2026
von Redaktion Kinzig News

MAINTAL - In Maintal gibt es erste Meldungen zur Großen Drüsenameise. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Art ist für Menschen nach aktuellem Stand ungefährlich, kann durch ihre große Zahl und ihre Bautätigkeit aber Schäden an Wegen, Terrassen, Gebäuden und technischer Infrastruktur verursachen.

Wer an warmen Tagen schwarze Ameisenstraßen über Gehwege ziehen sieht und gleichzeitig Tiere aus kleinsten Ritzen im Pflaster oder Mauerwerk strömen sieht, sollte genauer hinschauen. Dahinter könnte die Große Drüsenameise stecken, wissenschaftlich Tapinoma magnum.

Wie die Stadt Maintal mitteilt, liegen inzwischen auch aus dem Stadtgebiet erste Sichtungen vor. Die Art hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland ausgebreitet und kommt mittlerweile auch in Hessen vor. Als wichtiger Einschleppungsweg gilt der Handel mit mediterranen Kübel- und Topfpflanzen.

Warum die Ameise für Kommunen problematisch ist

Besonders wohlfühlt sich die Art an warmen, sonnigen Standorten, etwa unter Pflastersteinen, Terrassenplatten oder in Mauerritzen. Anders als viele heimische Ameisen bildet sie sogenannte Superkolonien mit vielen Königinnen und enormen Arbeiterinnenzahlen. Genau das begünstigt ihre schnelle Ausbreitung.

Für Menschen gilt die Ameise nach derzeitigem Stand zwar als ungefährlich. Für Städte, Hausbesitzer und Betriebe kann sie trotzdem zum Problem werden: Ihre Nester können Pflaster und Terrassen unterhöhlen, sie dringt in Gebäude ein und kann auch technische Anlagen beeinträchtigen. Das HLNUG warnt ausdrücklich vor möglichen hohen Kosten für Schädlingsbekämpfung und Infrastrukturerhalt.

So lässt sich die Art erkennen

Auffällig sind vor allem die enorme Zahl der Tiere auf engem Raum und die breiten, stark frequentierten Ameisenstraßen. Die Große Drüsenameise ist schwarz bis dunkelbraun gefärbt und meist etwa zwei bis fünf Millimeter groß. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der flache „Knoten“ zwischen Vorder- und Hinterleib, der vom Hinterleib weitgehend verdeckt wird.

Wird die Ameise gereizt, verströmt sie außerdem einen markanten Geruch. Das allein reicht zwar nicht für eine sichere Bestimmung, gilt aber als weiterer Hinweis. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie bietet deshalb seit diesem Jahr einen Bestimmungsservice an, bei dem Verdachtsfälle über ein Meldeportal geprüft werden können.

Keine Bekämpfungspflicht, aber Handlungsdruck

Das Bundesamt für Naturschutz führt Tapinoma magnum in seinen Bewertungen als potenziell invasive Art für Deutschland. Noch ist nicht abschließend geklärt, welche Folgen sie für heimische Tier- und Pflanzenarten hat. Eine gesetzliche Pflicht zur Bekämpfung gibt es derzeit nicht.

Trotzdem raten Fachleute zum Handeln, wenn die Ameisen in der Nähe von Häusern oder Infrastrukturanlagen auftreten. Nach einer gesicherten Bestimmung sollten Betroffene Fachfirmen einschalten. Zudem sollten Pflanzen, Erde oder Baumaterialien aus betroffenen Bereichen möglichst nicht weitertransportiert werden, um die Ausbreitung nicht zusätzlich zu beschleunigen.

Was Maintaler jetzt tun sollten

Für Maintal ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil aus einzelnen Sichtungen schnell größere Kolonien werden können. Gerade bei warmem Wetter und an versiegelten, sonnigen Standorten dürfte die Aufmerksamkeit nun steigen.

Wer verdächtige Ameisen entdeckt, kann sich an den städtischen Fachdienst Umwelt wenden oder den Bestimmungsservice des HLNUG nutzen. Für die Stadt ist das Thema damit nicht nur ein Naturschutz-, sondern auch ein Infrastrukturthema. (red)

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