Wie geht es jetzt weiter mit der Herde?

Traurige Nachrichten aus Hanau: Zwei Przewalski-Pferde mussten eingeschläfert werden

Seit etwa 17 Jahren weiden auf dem ehemaligen US-Truppenübungsgelände Campo Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim Przewalski-Pferde. - Fotos: Stadt Hanau/Medienzentrum


Mittwoch, 08.04.2026

HANAU - Traurige Nachrichten aus Hanau ...

Auf dem ehemaligen US-Truppenübungsgelände Campo Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim weiden seit rund 17 Jahren Przewalski-Pferde. In den vergangenen Wochen ist es hier zu bedauerlichen Vorfällen gekommen: Zwei Tiere mussten aufgrund von schweren Verletzungen erlöst werden.

Wallach Pavel musste eingeschläfert werden


Der erste Unglücksfall ereignete sich bereits Mitte Februar: Przewalski-Wallach Pavel hatte sich aus bislang unbekannten Gründen einen Beinbruch zugezogen. „Leider war der Bruch schwerwiegend, sodass wir die Entscheidung treffen mussten, ihn zu erlösen und einzuschläfern“, erklären die betreuenden Tierärztinnen aus dem Frankfurter Zoo.

„Wir bedauern sehr, unseren Wallach Pavel zu verlieren, der 2014 auf Campo Pond geboren wurde und seitdem ein fester Bestandteil der Herde war“, so Stephanie Pollmeier, Projektverantwortliche des Bundesforsts.

Besonders schwere Verletzung


Ein Beinbruch ist bei Pferden eine besonders schwere Verletzung - und lässt sich selten gut behandeln. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts und der dazu vergleichsweise schlanken Beinknochen sind die Belastungen auf ein verletztes Bein enorm. Gleichzeitig können die Tiere ein gebrochenes Bein kaum dauerhaft entlasten, da sie zum Fressen, für die Verdauung und den Kreislauf auf das Stehen angewiesen sind.

Hinzu kommt das Risiko schwerer Folgeerkrankungen, wie der für das Tier schmerzhaften sogenannten Hufrehe, wenn andere Beine dauerhaft überlastet werden. Wenn die Aussicht auf eine vollständige und schmerzfreie Genesung sehr gering ist, entscheiden Tierärztinnen und Tierärzte daher aus Gründen des Tierschutzes häufig, das betroffene Tier einzuschläfern.

Huferkrankung und Augenverletzung bei Stute Kati


Kurze Zeit später mussten die Projektverantwortlichen erneut eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Stute Kati, die erst vergangenes Jahr nach Campo Pond kam, hatte eine unheilbare Huferkrankung. Die aufgenommenen Röntgenbilder zeigten, dass sich diese in den vergangenen Monaten noch verschlechtert hat und so weit vorangeschritten war, dass es keine Chance mehr auf eine Heilung gab. Eine kürzlich hinzugezogene Verletzung am Auge machte dem Tier zusätzlich Probleme, so dass auch hier die Entscheidung getroffen wurde, es zu erlösen.

„Die Behandlung der Augenerkrankung wäre nur mit wiederholten Narkosen möglich gewesen. Da die fortgeschrittene Huferkrankung nicht mehr therapierbar und ein erneuter schmerzhafter Schub abzusehen war, mussten wir auch hier leider eine Entscheidung im Sinne des Tieres treffen“, so die Tierärztinnen.

Neue Przewalski-Pferde für Campo Pond


Nach dem Tod von Pavel und Kati leben aktuell noch sechs Wildpferde auf dem Campo-Pond-Gelände, dessen Koppel für die Tiere etwa 50 Hektar groß ist. Um den notwendigen Beweidungsdruck für die Erhaltung des seltenen Sand-Lebensraums aufrecht zu erhalten, sollen zukünftig neue Pferde die Herde wieder vergrößern – den Artenschutz auf dem Areal im Blick. 

„Wir hoffen, dass es im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) geeignete Pferde gibt, die demnächst zu uns gebracht werden können, um unsere Herde wieder zu verstärken“, blickt Stephanie Pollmeier hoffnungsvoll in die Zukunft. (red)

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