Der Stadtpfarrer bei KN

Impuls von Stefan Buß: "Dem Wind trauen, im Sturm glauben"

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda - Foto: Hendrik Urbin/KN


Samstag, 18.04.2026
von STEFAN BUß

FULDA / MKK - Das diesjährige Motto der Schönstattbewegung lautet: “Dem Wind trauen, im Sturm glauben.“

Die Schönstattbewegung ist eine internationale katholische Bewegung, die Menschen zu einem bewussten christlichen Leben führen möchte. Sie wurde 1914 gegründet. Durch den Pallotinerpater Josef Kentenich. Der Anfang war in Schönstatt, einem Stadtteil von Vallendar bei Koblenz. Die Bewegung will Menschen helfen, ihren Glauben im Alltag zu leben. Ein wichtiges Element ist dabei das Vertrauen auf den Vater Gott und die Fürsprache der Gottesmutter Maria.

Dem Wind trauen - Wind sieht man nicht. Man kann ihn nicht festhalten. Und doch spüren wir ihn: Er bewegt die Blätter, treibt die Wolken, füllt die Segel eines Schiffes.

So ist auch Gottes Geist. Schon in der Bibel wird der Geist Gottes mit Wind verglichen. Denken wir an das Johannesevangelium: „Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht.“ Gott wirkt oft genau so in unserem Leben. Nicht immer laut. Nicht immer sichtbar. Manchmal ganz leise.

Ein Gedanke. Eine Begegnung. Ein innerer Anstoß, etwas Gutes zu tun.


Dem Wind trauen heißt deshalb: Gott zuzutrauen, dass er unser Leben führt, auch wenn wir den Weg noch nicht ganz verstehen. Viele Menschen möchten alles planen, alles absichern, alles kontrollieren. Aber der Glaube funktioniert anders. Glaube bedeutet auch Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Gott uns begleitet.

Im Sturm glauben - Doch unser Leben kennt nicht nur leichten Wind. Manchmal geraten wir in Stürme. Krankheit. Sorgen um die Familie. Unsicherheit in der Welt. Krisen in Kirche und Gesellschaft.

Die Bibel erzählt von einer Szene auf dem See: Die Jünger geraten in einen heftigen Sturm, und sie haben Angst zu untergehen. Diese Geschichte finden wir im Markusevangelium. Jesus ist bei ihnen im Boot.

Der Sturm hört nicht sofort auf. Aber Jesus ist da. Das ist der Kern unseres Glaubens: Nicht dass es keine Stürme gibt. Sondern dass Gott mitten darin bei uns ist. Im Sturm glauben heißt also: Nicht aufgeben. Nicht verzweifeln. Sondern darauf vertrauen, dass Gott stärker ist als das, was uns Angst macht.

Das Motto verbindet beides: Wind und Sturm. Der Wind steht für Gottes Geist, der uns führt. Der Sturm steht für die Herausforderungen des Lebens. Der Glaube wächst genau dort, wo beides zusammenkommt. Wo wir lernen, Gott zu vertrauen – nicht nur in ruhigen Zeiten, sondern gerade dann, wenn es schwierig wird.

Die Spiritualität der Schönstatt-Bewegung lädt uns ein, unser Leben bewusst in Gottes Hände zu legen und mit der Josef Kentenich oft zitierten Haltung zu leben: Gott wirkt in den Ereignissen unseres Alltags.

Vielleicht können wir uns heute fragen:


  • Wo spüre ich den Wind Gottes in meinem Leben?
  • Wo erlebe ich gerade einen Sturm?
  • Kann ich Gott auch dort vertrauen?


Glaube bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Glaube bedeutet, mit Gott unterwegs zu sein.

Wie ein Segelschiff: Es kann den Wind nicht machen. Aber es kann die Segel setzen. Auch wir können die Segel setzen: durch Gebet, durch Vertrauen, durch kleine Schritte der Liebe. Das Motto „Dem Wind trauen, im Sturm glauben“ ist eigentlich eine Einladung: Leben wir mit offenem Herzen für Gottes Geist – und mit mutigem Glauben in den Stürmen unseres Lebens.

Denn wir sind nicht allein unterwegs. Gott geht mit uns. Heute. Morgen. Und durch alle Stürme hindurch.

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