Impuls von Stefan Buß: Der Auferstandene heilt die gebrochenen Herzen
Samstag, 25.04.2026
von STEFAN BUß
FULDA / MKK - Christen stehen in diesen Wochen im Licht der Auferstehung Jesu. Ostern ist kein fernes Ereignis, keine bloße Erinnerung – es ist eine lebendige Wirklichkeit. Der Auferstandene lebt. Und weil er lebt, ist nichts mehr, wie es war.
Doch wenn wir ehrlich sind, tragen viele von uns gebrochene Herzen in sich. Enttäuschungen, Verluste, Schuld, Angst – Dinge, die uns innerlich zerreißen können. Manchmal fühlen wir uns wie die Jünger am Karfreitag: orientierungslos, erschüttert, ohne Hoffnung.
Und genau dorthin kommt der Auferstandene.
Er kommt nicht zuerst zu den Starken, nicht zu denen, die alles im Griff haben. Er kommt zu den Verängstigten hinter verschlossenen Türen. Er kommt zu der Weinenden am Grab. Er kommt zu den Zweifelnden. Und sein erster Gruß ist nicht Vorwurf, sondern: „Friede sei mit euch.“
Das ist die Botschaft: Der Auferstandene sieht unser gebrochenes Herz – und er wendet sich uns liebevoll zu. Er heilt, indem er uns begegnet. Er heilt, indem er uns beim Namen ruft. Er heilt, indem er uns vergibt.
Denn das zweite große Dunkel, das uns bindet, ist die Sünde. Sie trennt uns von Gott, voneinander und oft auch von uns selbst. Sie flüstert uns ein: Du bist nicht genug. Du bist schuldig. Es gibt keinen Weg zurück. Doch die Auferstehung widerspricht.
Der Auferstandene trägt die Wundmale – und gerade darin liegt unsere Hoffnung. Seine Wunden sind nicht Zeichen der Niederlage, sondern des Sieges. Der Tod hat ihn nicht festhalten können. Die Sünde hat nicht das letzte Wort.
Was bedeutet das für Menschen heute?
Es bedeutet: Deine Schuld ist nicht stärker als Gottes Gnade. Dein Schmerz ist nicht tiefer als Gottes Liebe. Dein Ende ist nicht das Ende – weil Christus den Tod überwunden hat. Die Auferstehung ist Gottes großes „Ja“ zum Leben. Ein „Ja“, das lauter ist als alles, was uns niederdrückt. Und so sind wir eingeladen, unsere gebrochenen Herzen nicht zu verstecken. Wir dürfen sie ihm hinhalten. So wie wir sind. Mit allem, was uns belastet.
Der Auferstandene heilt nicht oberflächlich. Er heilt tief. Manchmal still, manchmal langsam – aber immer wahrhaftig. Er schenkt einen Frieden, der nicht davon abhängt, dass alles perfekt ist, sondern davon, dass er da ist.
Wir leben aus dieser Hoffnung: Der Tod ist besiegt. Die Sünde ist überwunden. Das Leben hat gesiegt. Darum dürfen wir aufstehen – innerlich und äußerlich. Darum dürfen wir neu beginnen. Darum dürfen wir Hoffnung weitertragen in eine Welt, die sie so dringend braucht.