Arbeitssieg gegen starken Aufsteiger

Umkämpfte Partie: HSG Hanau setzt sich mit 28:27 gegen Düsseldorf-Ratingen durch

Jan-Eric Kleemann und der HSG Hanau gelang am Samstagabend der zehnte Sieg in der 3. Liga Süd-West in Folge. - Foto: HSG Hanau


Montag, 13.04.2026

HANAU - Es war kein schönes Spiel, aber eines mit Charakter und viel Moral ...

Die HSG Hanau hat in der 3. Liga Süd-West am Samstagabend den starken Aufsteiger interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen mit 28:27 (14:13) bezwungen. Mit dem zehnten Sieg in Serie bleiben die Grimmstädter damit weiter auf Erfolgskurs.

Kleemanns Lucky-Punch sorgt für Arbeitssieg


Gegen die Nordrhein-Westfalen musste sich die HSG reichlich strecken, geriet in einem Abnutzungskampf mehrmals in Rückstand, aber hatte auch dank Jan-Eric Kleemanns Lucky-Punch das glücklichere Ende auf ihrer Seite.

„Normalerweise gibt man in einem solchen Spiel die zwei Punkte noch ab, aber wir haben momentan als Mannschaft den Flow und das Selbstverständnis“, meinte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach der Partie am Mikrofon. „Ich bin zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen und an den Sieg zu glauben.“

Zerfahrenes, aber auch zweikampfintensives Heimspiel


Die rund 400 Zuschauer in der Hanauer Main-Kinzig-Halle bekamen am 26. Spieltag ein zerfahrenes, aber auch zweikampfintensives Heimspiel zu sehen. interaktiv.Handball reiste nach vier Siegen in Folge und dem gesicherten Klassenerhalt mit reichlich Selbstvertrauen in der Grimmstadt an und hielt gleich zu Beginn merklich dagegen. Bei der HSG fehlten mit Dennis Gerst, Max Bergold (beide verletzungsbedingt) und Dziugas Jusys (private Gründe) drei wichtige Stützen des Teams.

Gleich zu Beginn hatten Rivic, Kleemann & Co. ihre Probleme, gegen den starken Tabellenachten aus Nordrhein-Westfalen zu ihren Chancen zu kommen. Erst in der 3. Minute netzte Cedric Schiefer aus neun Metern zum 1:0 für die HSG ein. Schon das Hinspiel hatten die Gäste lange Zeit offen gestaltet und auch an diesem Samstag deutete sich früh ein ähnlicher Spielverlauf an. Luca Elias Schulz brachte Düsseldorf-Ratingen beim 5:3 (11. Minute) erstmals mit zwei Toren in Führung.

Abnutzungskampf auf Augenhöhe


In der Folge wogte die Begegnung immer wieder hin und her, ohne dass sich eine der beiden Mannschaften echte Vorteile erkämpfen konnte. „Wir wussten, dass dieses Spiel nicht einfach wird“, erklärte Hanaus Cedric Schiefer später. „Düsseldorf-Ratingen ist wirklich gut drauf. Es war ein echter Abnutzungskampf.“ Abnutzung war dabei das passende Stichwort, denn gegen den Abwehrriegel der Gäste gerieten Kleemann, Böhm und Schiefer zu oft in Scharmützel an acht oder neun Metern, die Durchbrüche fehlten. Viel zu oft wurde das Spiel nach vorne durch Stopfouls unterbrochen. 

Erst nach dem 9:10 (20.) und 11:11 (24.) durch den frech aufspielenden Youngster Malte Just, der am Samstag auf ungewohnter Position im Rückraum zum Einsatz kam, schaffte es die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim das Momentum etwas in ihre Richtung zu kippen. Torhüter Benedikt Müller zeigte einige sehenswerte Paraden und als das interaktiv-Team von Filip Lazarov in Unterzahl das Sieben-gegen-sechs versuchte, war Hanau gleich zwei Mal gedankenschneller und trafen durch David Rivic und Jan-Philipp Winkler in das leere Tor – 13:11-Führung (25.). Den knappen Vorsprung nahm die Spandau-Sieben beim 14:13 auch mit in die Pause.

Kraftakt für die Brüder-Grimm-Städter


„Malte Just auf Rückraum Rechts war sicherlich eine Überraschung für unseren Gegner und auch Jannes Hauer hat die Position von Max Bergold gut ausgefüllt“, bemerkte Spandau und verteilte ein Sonderlob: „Malte hat zwei Mal schön im Eins-gegen-eins durchgezogen.“

Mit Wiederbeginn der zweiten Halbzeit blieb die Begegnung weiter ein Kraftakt für die Brüder-Grimm-Städter. Mit seinem hochgewachsenen und erfahrenen Kreisläufer Stanko Sabljic machte Düsseldorf-Ratingen das Deckungszentrum dicht und die HSG musste somit viel Geduld aufwenden. Oft reichte aber auch ein Geniestreich wie beim tollen Solo von Kleemann vor dessen 18:17-Führung (38.) oder dem langen Pass von Müller auf den durchgestarteten Sebastian Hein, der das 20:18 (39.) herauswarf. Doch Ruhe in das eigene Spiel brachte Hanau so nicht.

Kleemanns Lucky-Punch entscheidet das Spiel in letzter Sekunde


Die Nordrhein-Westfalen kamen erneut zurück und stellten mit einem Siebenmetertreffer von Schulz und der eigenen 25:24-Führung (53.) die Partie wieder auf den Kopf. Spandau nahm die Auszeit und schwor sein Team für die Schlussphase ein. Die Ansprache zeigte Wirkung: Hanau holte sich das Spielgerät gleich dreimal hintereinander in der Abwehr und vorne glänzten wieder einmal Schiefer und Rivic mit ihrer individuellen Klasse. Auch der Hanauer Blaue Block stieg jetzt in den Handballwahnsinn auf der Platte mit ein, trieb die Blau-Weißen auf dem Feld immer wieder nach vorne.

Wer aber glaubte, dass nach Schiefers 27:25 (57.) das Spiel bereits entschieden war, der wurde eines Besseren belehrt. Die Zeitstrafe gegen Nils Schröder (58.) brachte noch einmal Unruhe auf das Feld und den Gästen gelang der erneute Ausgleich – 27:27 (60.). Mit nur noch zehn Sekunden auf der Uhr kombinierten sich Schiefer, Kleemann und Lukas Böhm durch die weit offene Deckung des Gegners. Der entscheidende Pass fand Kleemann am Sechsmeter, der unter dem Jubel der Hanauer Fans den Ball an Nicholas Plessers vorbei im Tor unterbrachte. Der letzte Angriff der Gäste wurde durch ein Stürmerfoul abgebrochen.

Am Ende zählen die Punkte


Ob Arbeitssieg oder Erfolg dank großer Moral – für die HSG Hanau zählten am Ende die Punkte. Mit dem zehnten Sieg in Folge setzte das Team seine beeindruckende Serie fort und hat die Qualifikation für den DHB-Pokal in 2026/27 fest im Blick.

„interaktiv.Handball war heute ein Gegner auf Augenhöhe und uns hat vorne das gebundene, flüssige Spiel gefehlt“, so HSG-Keeper Benedikt Müller. „Manchmal gibt es so Spiele, die muss man einfach gewinnen. Gerade wenn man wie wir eigentlich eine starke Heimmannschaft ist. Mund abputzen und weiter geht’s.“

Am kommenden Wochenende bestreitet die HSG Hanau das nächste Derby bei der TSG Münster. Das vorletzte Heimspiel der Saison 2025/26 bestreiten die Grimmstädter am Samstag, 25. April gegen den Longericher SC Köln. (red)

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