Richtfest für Schlüchterner "Schmuckstück": Rohbau des Elmer Gemeinschaftshauses steht
Montag, 13.04.2026
SCHLÜCHTERN - Feststimmung im Schlüchterner Stadtteil Elm: Nach langer Planung und auch Wartezeit konnte jetzt das Richtfest für das neue Gemeinschaftshaus in der Ortsmitte gefeiert werden. Gut 100 Menschen kamen zu diesem besonderen Ereignis.
Das Projekt habe eine lange Geschichte, erinnerte Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) in seiner Begrüßungsrede. Bereits im Jahr 2017 habe er mit der damaligen Ortsvorsteherin Inge Vey darüber diskutiert, wie mit der schlechten Bausubstanz des alten Gebäudes umgegangen werden solle.
Nach langer Planung
Jahre später fiel dann die Entscheidung für einen Neubau. Dabei machten es sich die Verantwortlichen nicht leicht mit der Entscheidung. Diese fiel in enger Kooperation mit allen Beteiligten aus Politik, Ortsbeirat, Vereinen und Bürgern, unter Berücksichtigung von allen Aspekten und Gutachten und dem Zustand des Gebäudes sowie in Respekt vor der damaligen großen Eigenleistung der Elmer. Ende 2024 erfolgte der Abbruch des alten Gemeinschaftshauses. Im Sommer 2025 wurde eine Bodenplatte gegossen. Anfang Januar begann ein Bauunternehmen aus Thüringen, das neue Gebäude in Holzrahmenbauweise zu errichten.
„Das Bauprojekt ist mehr als beeindruckend“, sagte Möller. Es sei ein „Schmuckstück“ und könne „große Strahlkraft entfalten“. „Das ist ein mustergültiges Beispiel für einen basisdemokratischen Beteiligungsprozess“, freute sich Möller und verwies auf die vielen Planungsgespräche mit zahlreichen Beteiligten im Vorfeld. Das Gebäude werde dem Ehrenamt viel Raum geben.
"Für die Aufgabe gebrannt"
Sein Dank galt vielen bei dem Projekt Engagierten. Allen voran nannte er die Rathaus-Mitarbeiter Thomas Rau und Moritz Föller, die „für die Aufgabe brannten“. Lob gab es auch für die drei Architekten Kerstin Heim, Carsten Trapp und Stefan Wagner und alle anderen, die sich sonst noch erfolgreich eingebracht haben.
Seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren seien Zuschüsse in Höhe von 16 Millionen Euro nach Schlüchtern geflossen. Zusammen mit den Förderzusagen für dieses Jahr seien es über 21 Millionen. Die derzeit über 30 Bauprojekte in der Stadt summieren sich laut Möller auf ein Investitionsvolumen von 59 Millionen Euro.
Axel Pauli übernimmt
Das Richtfest war die ideale Gelegenheit, die Geschäfte des
Ortsvorsteher-Amtes in neue Hände zu legen. Die bisherige Amtsinhaberin
Elke Viehfeger übergab den „Staffelstab“ an den frisch gewählten Axel
Pauli. Der bekannte in seiner ersten offiziellen Rede in seinem neuen
Amt, bei ihm habe der Abriss des alten Gebäudes für Wehmut gesorgt.
Schließlich sei dieses mit viel Eigenleistung vor rund 50 Jahren
entstanden.
Nun entstehe aber eine tolle neue Begegnungsstätte für den Ort, die sicherlich über 50 Jahre bestehen werde. Sein Dank galt allen Elmerinnen und Elmern, die sich schon bisher für das neue Dorfgemeinschaftshaus eingebracht haben und dies künftig tun werden. Nun sei es die Aufgabe aller, das Gebäude mit Leben zu füllen.
Nutzfläche von rund 775 Quadratmetern
Das
neue Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 775 Quadratmetern und besitzt
die Abmessungen 45 mal 26 Meter. Im Hauptraum bekommt es eine große
Bühne. Seitlich angebaut ist ein Musikpavillon, der sicherlich dem
örtlichen Eisenbahner Musikverein ein gutes Proben- und
Aufführungsdomizil bieten wird. Die Gesamtkosten sind mit 5,050
Millionen Euro veranschlagt. An Förderungen des Land Hessens wird es 1,2
Millionen Euro geben.
Nachdem der Rohbau steht, soll es nun
zügig mit dem Innenausbau weitergehen. Marc Schmidt, Technischer Leiter
der für den Bau verantwortlichen Schlüchterner
Stadtentwicklungsgesellschaft, kündigte an, dass schon in wenigen Tagen
mit dem Einbau der Fenster sowie mit der Installation von Heizung und
Sanitär begonnen werde. Beauftragt sind durchweg regionale Firmen.
Großes Ziel ist es, das Gebäude Ende Oktober zur Elmer Kirmes nutzen zu
können.
Den Richtspruch sprach Zimmermann Jörg Pfeiffer. Zur
Segnung des neuen Gebäudes warf er aus luftiger Höhe ein Glas zu Boden.
Anschließend nutzten viele Gäste, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker,
die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung die künftigen
Räumlichkeiten zu besichtigen. Für das leibliche Wohl war mit Essen und
Trinken bestens gesorgt. (red)