Legenden-Wels aus Sprendlingen endlich entdeckt? Totes 100-Kilo-Tier nährt Verdacht
Dienstag, 14.04.2026
von Redaktion Kinzig News
DREIEICH - Im Stadtweiher von Sprendlingen ist ein toter Wels mit einer Länge von 2,60 Metern und einem Gewicht von rund 100 Kilogramm entdeckt worden. Für die Mitglieder des Angelsportvereins ist der Fund mehr als nur spektakulär: Er gilt als Beweis für einen Verdacht, der sich seit Jahrzehnten gehalten hatte.
Für die Angler in Sprendlingen war der Fund ein Ausnahmefall. Im März trieb der tote Fisch an der Oberfläche des Stadtweihers. Erst bei der Bergung wurde deutlich, wie groß das Tier tatsächlich war. Nach Angaben des Angelsportvereins musste der Wels mit vereinten Kräften und schließlich in zwei Schubkarren abtransportiert werden.
Wie op-online berichtet, galt im Verein seit Langem die Vermutung, dass sich noch ein besonders großer Wels im Gewässer befinden müsse. Der nun geborgene Fisch nährt genau diese Annahme rückwirkend.
Spur führt zurück in die 1980er Jahre
Nach Angaben des Vereins sollen in den 1980er Jahren zwei Jungwelse in den Stadtweiher eingesetzt worden sein. Hintergrund war dem Bericht zufolge eine eher ungewöhnliche Aktion: Drei Angler hätten die Tiere damals in der Lebendfischabteilung eines Supermarkts gekauft und in das Gewässer gesetzt.
Einer der beiden Fische wurde bereits Ende der 1990er Jahre gefangen. Der zweite blieb jedoch verschwunden. Weil über Jahre auffällig viele eingesetzte Edelfische nicht mehr auftauchten, wuchs unter den Anglern der Verdacht, dass der verbliebene Wels noch immer im Weiher unterwegs sei.
Viele Versuche – lange kein Beweis
Im Laufe der Jahre versuchten laut Bericht sowohl Vereinsmitglieder als auch externe Wels-Spezialisten immer wieder, das Tier zu fangen. Selbst 2006, als der See mithilfe des THW leergepumpt und professionell abgefischt wurde, blieb der große Fang aus. Auffällig war damals nur ein Loch im Netz, das nach Einschätzung der Beteiligten von einem großen Fisch verursacht worden sein könnte.
Gerade dadurch bekam der verschwundene Fisch immer mehr den Charakter einer Legende. Der große Wels wurde im Umfeld des Stadtweihers über Jahre fast wie ein lokales Ungeheuer behandelt – ein Gerücht, das nie ganz bewiesen werden konnte. Bis jetzt.
Fund beendet die Spekulationen
Mit dem toten Tier an der Oberfläche hat die Geschichte nun ein greifbares Ende bekommen. Der Fund ist nicht nur wegen der Ausmaße spektakulär, sondern vor allem deshalb, weil er einen langjährigen Vereinsmythos plötzlich bestätigt.
Für die Angler in Sprendlingen dürfte damit eine Frage beantwortet sein, die den Stadtweiher über Jahrzehnte begleitet hat: Der zweite Wels war tatsächlich da. Und er war deutlich größer, als viele wohl erwartet hatten. (red)