Mehrere Menschen in Lebensgefahr

Todes-Drama in Gerberei in Runkel: Drei Menschen sterben bei Arbeitsunfall

Todes-Drama in Gerberei in Runkel. (Symbolfoto) - Foto: Pixabay


Freitag, 17.04.2026
von Redaktion Kinzig News

RUNKEL - In einer Lederfabrik und Pelzgerberei in Runkel sind bei einem schweren Arbeitsunfall drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt und in Kliniken gebracht. Die Ermittler prüfen nun, was genau in einer Grube auf dem Betriebsgelände passiert ist.

Der Einsatz begann am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen wurden in der Fabrik fünf bewusstlose Menschen gefunden. Drei von ihnen starben, zwei weitere kamen in ärztliche Behandlung.

Wie Polizei und mehrere Medien berichten, ereignete sich das Unglück in einer Grube beziehungsweise einem Schacht auf dem Gelände der Gerberei. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten die Männer dort nacheinander verunglückt sein. Die genaue Ursache ist aber weiter nicht abschließend geklärt.

Ursache noch offen – Behörden prüfen Gase in der Grube

Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Stoffe in der Grube. Als mögliche Ursache wurden zunächst verschiedene Gase genannt. Das hessische Innenministerium brachte unter anderem Kohlenstoffdioxid ins Spiel, Innenminister Roman Poseck sprach später von dem Verdacht einer Kohlenmonoxidvergiftung. Gesichert ist diese Einordnung nach derzeitigem Stand aber noch nicht.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Untersucht werden nun unter anderem die Todesursache der Opfer und die chemischen Stoffe, die sich in der Grube befanden.

Großeinsatz mit Schutzmaßnahmen

Der Arbeitsunfall löste einen Großeinsatz aus. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Gefahrenabwehr waren zeitweise vor Ort. Auch Rettungshubschrauber kamen zum Einsatz, um die Verletzten in Kliniken zu bringen. Einsatzkräfte wurden nach dem Kontakt mit den Betroffenen dekontaminiert.

Für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden keine Gefahr. Nach außen seien keine Gefahrstoffe ausgetreten.

Entsetzen in Politik und Stadt

Innenminister Poseck sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Auch Runkels Bürgermeisterin Antje Hachmann zeigte sich tief betroffen und verwies auf die Wirkung des Unglücks weit über die Stadt hinaus.

Für die Region bleibt nun vor allem eine Frage offen: Wie konnte es in einem laufenden Betrieb zu einem Unglück mit gleich drei Todesopfern kommen? Eine belastbare Antwort darauf gibt es bislang noch nicht. (red)

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