Content- statt Putzplan

Für mietfreies Leben: Was diese WG in Marburg so besonders macht

Ungewöhnliche Wohngemeinschaft in Marburg. - Foto: Montage Instagram/Marburg.WG


Dienstag, 21.04.2026
von Redaktion Kinzig News

MARBURG - Die Idee wirkt wie eine Mischung aus Hochschulmarketing und Reality-Format: Ali, Hannes, Litti und Toni wohnen als Content-Creator zusammen in einer WG und sollen dort möglichst authentische Einblicke in das Studentenleben in Marburg geben. Die Philipps-Universität spricht von einem „deutschlandweit einzigartigen Projekt“.

Der Kern des Konzepts ist klar: Die vier Studierenden wohnen mietfrei in einem von der Universität bereitgestellten Haus. Als Gegenleistung wird von ihnen erwartet, regelmäßig Video-Content zu erstellen und Momentaufnahmen aus dem Studium in Marburg zu teilen. 

Haus gegen Inhalte: So funktioniert das Modell

Die Hochschule setzt dabei bewusst auf einen Peer-to-Peer-Ansatz – also auf Kommunikation von Studierenden für künftige Studierende. Das soll glaubwürdiger wirken als eine klassische Werbekampagne.

Das Projekt ist laut Hochschule zunächst auf ein Jahr angelegt. Ziel sind „spontane Momente, ehrliche Einblicke und Geschichten direkt aus dem Studi-Leben“, also kein glatt polierter Imagefilm, sondern Alltagsnähe. Genau das macht das Format aus Sicht der Uni interessant.

Vier Bewohner, vier unterschiedliche Studienwege

Auch personell setzt die Uni auf Mischung. In der WG leben Toni, der im zehnten Semester Jura studiert, Ali, der im zweiten Semester Lehramt für Sport und Biologie belegt, Litti, die Medienwissenschaft und Soziologie studiert, sowie Hannes, der Politik- und Medienwissenschaft studiert. Hannes und Ali haben nach eigenen Angaben schon vorher zusammengewohnt.

Auf der Uni-Seite beschreiben sich die vier auch selbst. Ali hebt etwa Partys und das studentische Leben in Marburg hervor, Litti betont ihr Engagement in der Fachschaft und ihre Lust, neue Leute kennenzulernen. Toni spricht davon, sich neben dem Studium ausprobieren zu wollen, Hannes verweist auf die politischen Beteiligungsmöglichkeiten in der Stadt. Schon daran zeigt sich, worauf das Projekt abzielt: Marburg soll nicht nur als Studienort, sondern als Lebensraum verkauft werden.

Hochschule setzt auf Nähe statt Hochglanz

Für die Uni ist das Projekt vor allem ein Instrument, um Studieninteressierte direkter anzusprechen. Statt fertiger Werbebotschaften sollen Gleichaltrige zeigen, wie sich Studium, Freizeit, Engagement und WG-Leben in Marburg tatsächlich anfühlen. Das ist im Kern keine klassische Nachricht über Wohnen, sondern ein Beispiel dafür, wie Hochschulen inzwischen um Aufmerksamkeit und Nachwuchs werben.

Gerade darin liegt der eigentliche Nachrichtenwert: Die Universität vermarktet sich nicht mehr nur über Broschüren, Infotage und Webseiten, sondern setzt auf ein Format, das deutlich näher an Social-Media-Logiken und Creator-Kultur liegt. Die Marburg-WG ist damit weniger eine gewöhnliche Studenten-WG als ein dauerhaftes Marketingprojekt mit Alltagskulisse. (red)

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