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Samstag, 25.04.2026
von Redaktion Kinzig News
MAIN-KINZIG-KREIS - Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland weiter aus. Besonders im Westen gilt die eingeschleppte Art inzwischen als stark verbreitet. Für Menschen ist sie nach Einschätzung des NABU meist nicht gefährlicher als die heimische Hornisse, problematisch ist sie aber für heimische Insektenarten und die Imkerei.
Die Asiatische Hornisse, wissenschaftlich Vespa velutina, stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde laut NABU 2004 über Warentransporte nach Frankreich eingeschleppt. Seitdem breitet sie sich in Europa kontinuierlich aus. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 bei Waghäusel nachgewiesen. Inzwischen ist sie in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen stark verbreitet.
Nach NABU-Angaben spielt dabei auch das Klima eine Rolle. Mildere Winter begünstigen die Ausbreitung, Studien gehen von knapp 80 Kilometern pro Jahr aus. Hinzu kommen Verschleppungen über Transportwege, die die Ausbreitung zusätzlich beschleunigen können.
Warum die Art als problematisch gilt
Die EU hat die Asiatische Hornisse bereits 2018 auf die Liste invasiver Arten gesetzt. Der NABU beschreibt sie als stark invasiv, weil sie große Staaten bildet und dadurch erheblichen Druck auf andere Insektenarten ausüben kann. Als Proteinquelle für ihre Larven jagt sie Honigbienen, andere soziale Wespen, Fliegen, Wildbienen und weitere Insekten.
Wegen ihrer hohen Individuenzahl sieht der NABU sowohl eine Gefahr für die heimische Insektenwelt als auch für die Imkerei. Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt. In Frankreich und Spanien wurden laut NABU bereits Ernteverluste registriert, weil die Tiere vor allem Weintrauben anfressen.
So lässt sich die Asiatische Hornisse erkennen
Die Asiatische Hornisse ist laut NABU etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse. Sie hat einen deutlich dunkleren Körper und auffällige gelbe Füße. Ein weiteres Merkmal im Flug sind die typischerweise hochgestellten Hinterbeine. Ihre Staaten können bis zu 2.000 Tiere umfassen und sind damit deutlich größer als die der Europäischen Hornisse mit bis zu 700 Individuen.
Die Gründungsnester entstehen zunächst an ähnlichen Orten wie bei heimischen Wespen, also etwa in Schuppen oder Rollladenkästen. Im Hochsommer zieht der Staat dann oft um und baut ein sogenanntes Sekundärnest weit oben in Baumkronen. Genau deshalb werden viele Nester erst im Herbst entdeckt, wenn die Bäume lichter werden.
Für Menschen meist kein größeres Risiko als heimische Hornissen
Wichtig für die Einordnung: Der NABU betont ausdrücklich, dass es sich nicht um die Asiatische Riesenhornisse handelt, die in den USA als „Honigbienenkillerin“ Schlagzeilen gemacht hat. Diese Art komme in Deutschland und in ganz Europa nicht vor.
Auch die hier inzwischen verbreitete Asiatische Hornisse sei laut NABU nicht aggressiver als die Europäische Hornisse. Sie greife Menschen in der Regel nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähere. Vereinzelt gebe es allerdings Meldungen über allergische Reaktionen auf Stiche.
Neue Lage seit 2025
Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland offiziell als etablierte Art. Das hat praktische Folgen: Laut NABU greifen nun nicht mehr die Regeln zur Früherkennung und Verhinderung der Ausbreitung, sondern Maßnahmen zum Management einer etablierten Art. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Bekämpfungspflicht der Naturschutzbehörden wegfällt.
Der NABU macht aber zugleich deutlich, dass die Art längst nicht in allen Bundesländern fest etabliert ist. In mehreren Ländern außerhalb des westdeutschen Schwerpunkts könne die Ausbreitung zumindest noch verlangsamt werden.
Asiatische Hornisse gehört in Deutschland bereits zur Fauna
Die Asiatische Hornisse ist in Deutschland kein Einzelfund mehr, sondern in Teilen des Landes bereits fester Bestandteil der Insektenfauna. Für Menschen ist sie meist kein akutes Risiko, für Biodiversität, Imkerei und zum Teil auch den Obst- und Weinbau aber sehr wohl ein Problem.
Genau deshalb bleibt ihr weiteres Vordringen ein Thema für Naturschutz, Landwirtschaft und Behörden. (red)