Super E10 statt Super E5

Das große Spritspar-Einmaleins: So könnt Ihr Euren Geldbeutel schonen

Die hohen Spritpreise bringen viele Autofahrer nach wie vor an ihre Belastungsgrenzen. - Symboldbild: Pixabay


Mittwoch, 22.04.2026

HESSEN - Die hohen Spritpreise bringen viele Autofahrer nach wie vor an ihre Belastungsgrenzen. Wer auf das Auto angewiesen ist, kann auf das Tanken nicht verzichten. Dabei nutzen viele noch nicht ihr volles Sparpotential aus.

Der ADAC Hessen-Thüringen erklärt, welche Faktoren neben einer spritsparenden Fahrweise, den Verbrauch sowie die Kosten beim Tanken deutlich senken können. Denn gerade die Kombination der Maßnahmen sorgt auf Dauer für eine nennenswerte Ersparnis.

Super E10 statt Super E5


Viele Autofahrer tanken den teureren Superkraftstoff E5, obwohl ihr Auto eigentlich problemlos E10 verträgt – und zahlen damit zu viel: Rund sechs Cent beträgt der Unterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten. Zwar liegt der Mehrverbrauch von E10 zwischen einem und 1,5 Prozent, in der Summe ist E 10 aber günstiger. Bei einem Preis von zwei Euro pro Liter und einer 60-Liter-Tankfüllung ergibt das eine Ersparnis von 1,80 bis 2,40 Euro. Wer häufig tanken muss, kann mit dem Wechsel deutlich Geld sparen. Durch den höheren Anteil von Bioethanol im Super E10 (bis zehn Prozent) ist der Kraftstoff zudem umweltfreundlicher.

Nur knapp 30 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer eines Benziners tanken den günstigeren Sprit. Häufiger Grund: Unsicherheit darüber, ob der Motor Super E10 verträgt. Eine unbegründete Angst, denn fast alle Benziner-Pkw im Bestand sind für Super E10 geeignet. „Ein Hinweis über die Freigabe des eigenen Fahrzeugs für E10 findet sich in der Bedienungsanleitung oder im Tankdeckel“, erklärt Lukas Berkel, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.

Langsamer fahren = Sprit sparen


Wer den Verbrauch beim Fahren reduzieren will, muss seine Geschwindigkeit anpassen. Je schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, desto höher wird der Luftwiderstand. Das wiederum treibt den Treibstoffverbrauch hoch. Wer mit einer Geschwindigkeit von 100 statt 130 Stundenkilometer bei gleicher Streckenlänge unterwegs ist, kann 25 Prozent Kraftstoff einsparen. Bei 160 Stundenkilometern sind es fast 50 Prozent Ersparnis.

Vorausschauend fahren


Häufiges Abbremsen und Anfahren verbraucht ebenfalls unnötige Energie. Statt abrupt vor der Ampel zum Stehen zu kommen, können Autofahrer frühzeitig vom Gas gehen und die Geschwindigkeit über die Motorbremse reduzieren. Neben der Geschwindigkeit hat das richtige Schaltverhalten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch.

Besonders hochtouriges Fahren, mit einer Drehzahl von mehr als 2.000 Umdrehungen pro Minute, lässt den Verbrauch ansteigen, wohingegen frühes Hochschalten beim Beschleunigen den Verbrauch senkt. Bei modernen Fahrzeugen mit Automatikgetriebe lässt sich über die Fahrmodus-Einstellung der "Eco"-Modus auswählen. Die Automatik schaltet dann früher hoch und später runter, das Drehzahlniveau sinkt – ebenso wie der Spritverbrauch.

Fahrzeug optimieren


Elektrische Geräte im Auto, wie Steuergeräte, Beleuchtung, Lüftung oder Klimaanlage, beziehen ihre Energie aus dem Bordnetz. Die elektrische Energie wird vom Generator bereitgestellt, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Mehr elektrische Verbraucher kosten somit mehr Sprit. Für optimale Fahreigenschaften sollte zudem der Reifenluftdruck regelmäßig kontrolliert werden. Schon ein um 0,3 Bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt für unnötigen Mehrverbrauch.

„Wer aus dem Urlaub zurückkommt und Dachträger, Dachboxen oder Fahrradträger am Auto angebracht hat, sollte diese zuhause möglichst bald wieder abbauen“, rät Lukas Berkel. 

Tank-Tipp


Mit der Einführung des Österreich-Modells in Deutschland seit dem 1. April hat sich die Zeit, zu der man am günstigsten tanken kann, verschoben. Statt wie zuvor am späten Abend an die Tankstelle zu fahren, sollten Autofahrer, wenn möglich, den Vormittag kurz vor 12 Uhr nutzen. Zu dieser Uhrzeit sind die Tankpreise am günstigsten, bevor sie ab Mittag wieder stark ansteigen. 

Wer zur Mittagszeit keine Möglichkeit hat an die Tankstelle zu fahren, kann bereits am Morgen tanken. Bis 12 Uhr sinken die Preise nur noch geringfügig. (red)

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