"Gay bä": Influencerin Jessica Zemer reagiert mit starker Botschaft auf Hasskommentare
Sonntag, 26.04.2026
von Redaktion Kinzig News
DARMSTADT - Mit zwei kurzen Worten wollten Hater Influencerin Jessica Zemer (25) auf Instagram verletzen: „Gay bä“. Offenbar eine Reaktion auf den Wirbel um ihr Zwangsouting in der Show „Die Realitystar Academy“. Doch statt sich davon treffen zu lassen, konterte die Darmstädterin souverän und machte aus der Beleidigung kurzerhand ein Statement.
In einem Instagram-Reel vom Dienstagabend (21. April) zeigte Jessica den beleidigenden Kommentar öffentlich und reagierte gelassen: „Hallo, ich wäre voll gerne ‚gay‘, das ist ja voll das Kompliment“, sagte die 25-Jährige mit einem Lächeln.
Show-Eklat: Jessica wird von Mitkandidatin Jamie-Lee zwangsgeoutet
Dabei stellte sie klar, dass ihr natürlich bewusst sei, dass der Kommentar abwertend gemeint gewesen sei. Gerade nach dem Vorfall in der Reality-Show sei ihr erneut bewusst geworden, wie präsent Anfeindungen gegen homosexuelle Menschen und Menschen mit Trans-Hintergrund noch immer seien.
Jessica, die bereits 2022 bei „Miss Germany“ kandidierte und aktuell bei „Die Realitystar Academy“ zu sehen ist, hatte dort für Schlagzeilen gesorgt, nachdem Mitkandidatin Jamie-Lee Lola (22) sie ungefragt als Frau mit Trans-Hintergrund geoutet hatte.
Jessica spricht offen über beleidigende Nachrichten
Seitdem, so berichtet die Influencerin, habe sie „sehr, sehr böse, sehr abwertende Kommentare“ erhalten. Für sie unverständlich, denn Beleidigungen aufgrund der Geschlechtsidentität sollten im Jahr 2026 längst kein Thema mehr sein.
Klare Worte findet Jessica auch grundsätzlich: Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechtsidentität beleidigt oder diskriminiert werden.
„Ich glaube an das Gute im Menschen“: Jessica bietet den Hatern den Dialog an
Besonders erschreckend sei für sie, dass Begriffe wie „schwul“ oder abwertende Bezeichnungen für trans Menschen noch immer auf Schulhöfen und in sozialen Netzwerken als Schimpfwörter benutzt würden. Ihr Wunsch: eine Gesellschaft, in der all das keine Rolle mehr spielt.
Trotz der Hasskommentare schlägt Jessica dabei keine moralisch erhobene Keule. Stattdessen bietet sie sogar das Gespräch an. „Ich bin immer so dem Menschen zugewandt, weil ich auch an das Gute im Menschen glaube“, sagt sie. Und weiter: „Wenn man respektvoll ist und wirklich interessiert ist, bin ich auch immer offen, in den Dialog zu gehen.“