So wenige Babys wie seit Kriegsende nicht mehr: Deutschland erlebt Geburten-Tief
Freitag, 01.05.2026
von Redaktion Kinzig News
DEUTSCHLAND - Deutschland hat im vergangenen Jahr so wenige Kinder bekommen wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 rund 654.300 Babys geboren. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Entwicklung zeigt sich deutlich in den demografischen Daten: Gleichzeitig starben im Jahr 2025 rund 1,01 Millionen Menschen. Damit überstieg die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um etwa 352.000. Nach Angaben der Behörde ist das bislang größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit.
Große Unterschiede zwischen Ost und West
Als eine Ursache für den anhaltenden Rückgang nennt das Bundesamt die aktuelle Altersstruktur: Die zahlenmäßig kleineren Jahrgänge der 1990er Jahre erreichen derzeit das Alter um die 30 – also genau die Lebensphase, in der viele Menschen eine Familiengründung erwägen. Ein Blick in die Regionen zeigt: Die Entwicklung verläuft keineswegs einheitlich.
In den östlichen Bundesländern ging die Zahl der Neugeborenen mit minus 4,5 Prozent stärker zurück als im Westen, wo ein Minus von 3,2 Prozent verzeichnet wurde. Einzige Ausnahme unter den Bundesländern ist Hamburg. Dort gab es sogar ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Mecklenburg-Vorpommern aus: Dort wurden 8,4 Prozent weniger Kinder geboren als im Jahr zuvor.
Europaweit ähnlicher Trend: Blick in die Zukunft bleibt zurückhaltend
Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen europäischen Ländern kamen 2025 weniger Babys zur Welt. Frankreich, Österreich, Italien und Schweden verzeichneten ebenfalls Rückgänge. In Spanien, den Niederlanden und Finnland hingegen deutet sich zumindest eine Stabilisierung der Geburtenzahlen an.
Langfristig rechnen Fachleute in Deutschland nicht mit einer schnellen Trendwende. Selbst unter günstigen Bedingungen dürfte die Geburtenzahl laut Prognosen des Bundesamtes unter dem Niveau des Jahres 2021 bleiben – damals wurden rund 795.000 Kinder geboren. Endgültige und detaillierte Daten will die Behörde im Juli 2026 veröffentlichen.