Diebe überfallen Supermarkt und schlagen Mitarbeiter - dann folgt überraschende Wende
Mittwoch, 29.04.2026
von Redaktion Kinzig News
GREBENSTEIN - Aus einem zunächst gemeldeten schweren Raubüberfall auf einen Discounter in Grebenstein ist nach Angaben der Ermittler ein Fall des mutmaßlichen Vortäuschens einer Straftat geworden. Der Vorfall war der Polizei am Montag, 20. April, gemeldet worden.
Wie Staatsanwaltschaft Kassel und Polizeipräsidium Nordhessen gemeinsam mitteilen, erhärtete sich im Verlauf der Ermittlungen der Verdacht gegen zwei 20 und 22 Jahre alte Männer. Beide sollen inzwischen eingeräumt haben, dass es keinen echten Raubüberfall gegeben habe.
Widersprüche am Tatort machten Ermittler misstrauisch
Den ersten Verdacht schöpften die Kriminalbeamten offenbar durch widersprüchliche Angaben eines Angestellten. Dieser Eindruck verstärkte sich im Zuge der weiteren Ermittlungen.
Neben einem Mitarbeiter gerieten zunächst auch zwei weitere junge Männer in Verdacht, die Tat gemeinsam geplant und begangen zu haben. Gegen eine dritte Person bestätigte sich der Tatverdacht nach Angaben der Behörden allerdings nicht.
Wohnungen durchsucht, Bargeld sichergestellt
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel wurden richterliche Durchsuchungsbeschlüsse für drei Wohnungen erlassen. Diese wurden am Donnerstag und Freitag vollstreckt.
Bei den beiden 20 und 22 Jahre alten Tatverdächtigen stellten die Ermittler große Teile des aus dem Discounter erbeuteten Bargelds sicher. Außerdem fanden sie Betäubungsmittel und einen Schlagring.
Ermittlungen dauern an
Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des Vortäuschens eines Raubüberfalls laufen. Staatsanwaltschaft und Polizei machten zunächst keine weiteren Angaben dazu, aus welchem Motiv der mutmaßlich falsche Überfall inszeniert worden sein soll.
Für den Fall bedeutet die neue Entwicklung eine deutliche Wendung: Aus der Suche nach unbekannten Räubern wurde ein Verfahren gegen Männer, die den Überfall nach bisherigen Erkenntnissen selbst erfunden haben sollen. (red)