Hanauer Modell zeigt Wirkung: Weniger herrenlose Einkaufswagen im Stadtgebiet
Dienstag, 05.05.2026
HANAU - Einkaufswagen, die im Stadtgebiet zurückgelassen werden, landen in Hanau nicht auf dem Schrott, sondern erhalten eine zweite Chance ...
Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) sammelt sie ein und gibt sie gegen eine Kostenpauschale an die jeweiligen Einzelhandelsketten zurück. Inzwischen ist das Modell ein gelungenes Beispiel für eine nachhaltige kommunale Praxis: wirtschaftlich, ressourcenschonend und gut fürs Stadtbild.
"Ein echter Gewinn für alle Seiten"
„Was als pragmatische Lösung begonnen hat, ist inzwischen ein echter Gewinn für alle Seiten“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley. „Mit der Sammlung und Rückgabe der Einkaufswagen reduzieren wir Abfall, vermeiden unnötige Kosten und leisten gleichzeitig einen Beitrag für ein sauberes Hanau. Das Modell zeigt außerdem, dass Nachhaltigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind. Wenn Stadt und Einzelhandel gemeinsam Verantwortung übernehmen, profitieren alle – die Umwelt, das Stadtbild und die Hanauerinnen und Hanauer.“
Seit rund zwei Jahren setzt HIS das Konzept um. Anstatt herrenlos aufgefundene Einkaufswagen zu verschrotten, werden sie wieder in den Nutzungskreislauf zurückgeführt. Inzwischen wurden 815 Einkaufswagen eingesammelt und an ihre Eigentümer zurückgegeben. Rund 18,3 Tonnen Metall konnten so vor der Verschrottung bewahrt werden.
Mehr als 18 Tonnen Metall vor Verschrottung bewahrt
Das Prinzip des städtischen Modells ist einfach und effizient:
HIS-Mitarbeitende sammeln Einkaufswagen ein, die im öffentlichen Raum
abgestellt wurden. Anstatt diese zu entsorgen, werden sie auf dem
HIS-Betriebshof in der Daimlerstraße zwischengelagert. Die jeweiligen
Einzelhandelsketten können ihre Wagen nach einem Hinweis durch die Stadt
abholen und zahlen im Gegenzug eine Kostenpauschale in Höhe von 25 Euro
pro Wagen, die den Aufwand der städtischen Straßenreinigung
kompensiert. Für die Einzelhändler lohnt sich das doppelt, denn ein
Einkaufswagen kostet im Neupreis mindestens zwischen 100 und 250 Euro,
kann aber auch deutlich teurer werden.
„Nachhaltigkeit zeigt sich
oft in den unscheinbaren Dingen“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley.
„Wenn wir es schaffen, vorhandene Ressourcen weiter zu nutzen, anstatt
sie zu vernichten, handeln wir verantwortungsbewusst – ökologisch wie
ökonomisch.“ Das HIS-Modell vermeide nicht nur Abfall, sondern trage
auch zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben bei, wonach Wiederverwendung
Vorrang vor Entsorgung hat.
Neben der ökologischen Wirkung sorgt
das Verfahren auch für ein gepflegteres Stadtbild. Einkaufswagen, die
achtlos auf Straßen, Gehwegen und Grünflächen abgestellt werden, stellen
ein Ärgernis dar: Sie behindern den Verkehr, verschandeln das Stadtbild
und werden häufig zweckentfremdet. Durch die regelmäßige Sammlung
leistet HIS einen wichtigen Beitrag zu Ordnung, Sicherheit und
Sauberkeit im öffentlichen Raum.
Märkte ergreifen eigene Maßnahmen
Besonders
positiv ist die Entwicklung auf Seiten des Handels: Viele Märkte haben,
auch als Folge der kostenpflichtigen Abholung, eigene Maßnahmen
ergriffen, um das Problem zu reduzieren. So sammeln einige an bekannten
Standorten regelmäßig selbst ein. Andere Anbieter setzen zusätzlich auf
technische Lösungen wie magnetische Wegfahrsperren auf ihren
Parkplätzen.
„Wir sehen ganz klar: Unser Modell wirkt“, so Isabelle Hemsley. „Die Zahl der im öffentlichen Raum abgestellten Einkaufswagen geht spürbar zurück, weil viele Märkte inzwischen selbst aktiv werden oder in Prävention investieren.“ (red)
