Mordfall nach 42 Jahren gelöst: Ex-Freund gesteht Tötung von Maria (19) vor Gericht
Sonntag, 10.05.2026
von Redaktion Kinzig News
ASCHAFFENBURG - Fast 42 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 19‑jährigen Maria beschäftigt der Fall nun das Landgericht Aschaffenburg. Gleich zu Beginn der Verhandlung gibt es ein Geständnis.
„Es tut ihm sehr leid, dazu steht er auch“, sagte die Verteidigerin des heute 67-jährigen Angeklagten am Mittwoch vor Gericht. Dem Mann wird vorgeworfen, seine frühere Freundin am 30. Juli 1984 getötet zu haben.
Nach Angaben der Verteidigung sei die Tat während eines heftigen Streits "im Affekt" geschehen. Die Anwältin betonte, ihr Mandant sei weder zuvor noch danach gewalttätig gewesen. Von den Motiven der Anklage, die dem Mann Eifersucht und Rache vorwerfen, distanzierte sich die Verteidigung deutlich.
Staatsanwaltschaft spricht von Mord aus Eifersucht
Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein anderes Bild. Demnach soll Maria ihrem damaligen Freund unmissverständlich erklärt haben, dass die Beziehung beendet sei und er sie nicht mehr besuchen solle. Es kam laut Anklage zu einem heftigen Streit mit gegenseitigen Beleidigungen, möglicherweise auch Ohrfeigen. Dann eskalierte die Situation offenbar endgültig: Der Angeklagte soll den Netzschal der jungen Frau ergriffen und sie damit stranguliert haben.
Für die Ermittler steht fest, dass der damals 25‑Jährige aus Eifersucht und Rache handelte. Das Merkmal der Heimtücke sei damit gegeben. Hintergrund soll gewesen sein, dass sich Maria einem anderen Mann zugewandt hatte und ihrem Ex-Freund nicht durch eine Heirat zu einem Aufenthaltstitel in Deutschland verhelfen wollte.
Leiche in Wohnheim entdeckt – Verdächtiger floh in die Türkei
Die Leiche der 19-Jährigen war damals am 1. August in einem Wohnheim für angehende Krankenschwestern in Aschaffenburg entdeckt worden. Der mutmaßliche Täter hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in die Türkei abgesetzt.
Jahrzehntelang blieb der Fall ungelöst. Erst Ende 2024 nahmen sich die Ermittler einer Cold-Case-Einheit des Falls erneut an. Dabei kamen sie dem Mann in der Türkei auf die Spur. Für den Mordprozess sind bislang fünf Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt. Sollte der Angeklagte wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft.