Abschied mit Applaus: HSG Hanau feiert Torfestival zum Saisonfinale
Montag, 11.05.2026
HANAU - Saisonabschluss nach Maß für die Drittliga-Handballer der HSG Hanau ...
In der letzten Partie der Spielzeit 2025/26 kamen die Grimmstädter am Freitagabend zu einem deutlichen 36:26 (18:12)-Heimsieg über Absteiger TSG Haßloch. Zum Abschied von Max Bergold, Nils Schröder, Saad Khan und Co-Trainer Kai Nober lieferten die Blau-Weißen noch einmal ein wahres Torfestival ab und sammelten wichtige zwei Punkte in der Staffel Süd-West, die vielleicht noch über die Teilnahme am DHB-Pokal im kommenden Jahr entscheiden könnten.
"Die Mannschaft hat das hervorragend gemacht"
„Ich bin sehr froh, dass wir eine Reaktion auf die misslungene erste Halbzeit in Dutenhofen gezeigt haben“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau sein Team nach Spielende. „Die Mannschaft hat das hervorragend gemacht, jeder hat seine Spielanteile erhalten und Nils Schröder als erfolgreichster Torschütze auch noch einen schönen Abschluss bekommen. Was Besseres kann man sich kaum vorstellen.“
Rund um das letzte Heimspiel der Saison 2025/26 hatte die Verantwortlichen der HSG Hanau in der Main-Kinzig-Halle noch einmal für echte Event-Atmosphäre gesorgt. Bei den Verabschiedungen am späteren Abend blieb dann kaum ein Auge trocken: Dass sich Kreisläufer Nils Schröder in seinem letzten HSG-Spiel zuvor mit acht Treffern als Mann des Abends auszeichnen konnte, war dabei nur die Kirsche auf der Torte. Saad Khan hütete noch einmal 60 Minuten lang das HSG-Tor, während Co-Trainer Kai Nober von der Seitenlinie ein letztes Mal das Hanauer Spiel dirigierte.
Ein Wermutstropfen blieb: HSG-Kapitän Max Bergold konnte nach seiner Knieoperation nicht mitwirken, wurde beim anschließenden Spalierstehen seiner Teamkollegen aber gebührend und mit viel Applaus durch den Blauen Block verabschiedet.
Schröder glänzt bei emotionalem Heim-Abschied
Handball wurde vor über 700 Zuschauern natürlich auch noch gespielt: Gegen die bereits abgestiegenen Gäste aus Haßloch drückte Hanau von Beginn an auf das Tempo. Jan-Philipp Winkler vertrat auf der Mittelposition wieder den verletzten Spielgestalter Jan-Eric Kleemann und glänzte dabei mit reichlich Torgefahr und fünf Treffern direkt im ersten Durchgang. Auch Schröder wurde mehrmals mustergültig am Kreis in Szene gesetzt und traf dabei zum 3:1 (5. Minute) und 9:4 (14.) für die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim.
Eines musste man der TSG Haßloch zugutehalten: Die Rumpftruppe von Trainer Christian Job war nicht als lockerer Sparringspartner in Hanau angereist, sondern hielt tapfer dagegen und setzte durch den starken Sebastian Bösing (8 Treffer) und Torhüter Loic Modzinski einige Akzente. Bis zum 10:13 (23.) von Yannick Treiber waren die Gäste an den Hanauer dran, ließen zum Ende der ersten Halbzeit aber immer mehr Federn. Dziugas Jusys baute mit seinem verwandelten Siebenmeter die Hanauer Führung auf 18:12 zur Pause aus.
Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann überschattet durch die schwere Schulterverletzung von Julian Fulda. Nach einer Abwehraktion ging der Hanauer Linksaußen zu Boden und konnte nicht mehr weitermachen – er musste sogar später vom Rettungsdienst abgeholt werden. Für Fulda übernahm HSG-Youngster Jannes Hauer die Position, der ein gutes Spiel zeigte und sich mit vier Treffern in die Torschützenliste eintrug.
Hanau zieht früh davon und wahrt Pokal-Hoffnung
Der restliche Verlauf der zweiten Hälfte ist schnell erzählt. Hanau behauptete seine Führung und hielt die Gäste weiter auf großer Distanz. Das 24:16 (39.) von Cedric Schiefer bedeutete mehr oder weniger die Vorentscheidung für die HSG, denn der TSG schien nun mit ihrem begrenzten Kader deutlich die Puste auszugehen. Das 28:18 auf der Anzeigetafel, nach einem schön herausgespielten Treffer von Hauer, brachte erstmals die 10-Tore-Differenz für die HSG in der 45. Minute. Winkler machte mit seinem 30:19 (49.) die dreißig Stück voll.
Bei eigener 35:25-Führung nahm Spandau in der 59. Minute seine letzte Auszeit und gab so den vier scheidenden HSG-Akteuren die Möglichkeit sich unter Standing Ovations des Publikums aus der Main-Kinzig-Halle zu verabschieden. Die letzten anderthalb Minuten bestritt das Hanauer Drittliga-Team unter lautstarken „HSG“-Sprechchören und feierte im Anschluss mit seinen blau-weißen Fans.
Nach dem Erfolg im letzten Saisonspiel rückt die HSG zwischenzeitlich auf den dritten Tabellenrang der Staffel Süd-West vor und schielt nun mit einem Auge nach Friesenheim, wo der Longericher SC Köln am Samstagabend wieder an den Grimmstädter vorbeiziehen könnte. Allerdings reicht für eine Qualifikation zur DHB-Pokal-Runde 2026/27 eventuell auch der vierte Rang aus, darüber entscheidet im Nachgang die Quotienten-Regelung des Deutschen Handballbundes. (red)