Nach Skandal im Vorjahr

Abi-Motto-Eklat in Gießen: Krasse Maßnahme gegen beteiligte Schüler

Konsequenzen nach Abi-Motto-Vorfall in Gießen. (Symbolfoto) - Foto: Pixabay/Moos-Media


Donnerstag, 14.05.2026
von Redaktion Kinzig News

GIEßEN - Nach dem Eklat um rechtsextreme Abi-Motto-Vorschläge an der Gießener Liebigschule hat die Schule Konsequenzen gezogen. Die beteiligten Schüler sollen nach aktuellem Stand nicht an der feierlichen Zeugnisvergabe im Juni teilnehmen dürfen.

Wie die Hessenschau berichtet, bestätigte Schulleiter Dirk Hölscher die Maßnahme. Beschlossen worden sei sie demnach von der Klassenkonferenz. Einige Eltern wehren sich gegen die Entscheidung und haben sich beim Schulamt beschwert. Auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Schulleiter soll eingereicht worden sein.

Streit um Sanktion nach Abi-Motto-Abstimmung

Hintergrund ist eine anonyme Online-Abstimmung über das Abi-Motto des Jahrgangs. Dabei waren im vergangenen Jahr mehrere antisemitische, rassistische und diskriminierende Vorschläge aufgetaucht.

Besonders für Empörung sorgte der Vorschlag „NSDABI – Verbrennt den Duden“, eine Anspielung auf die NSDAP. Auch andere Parolen mit NS- und rassistischen Bezügen standen nach damaligen Berichten zur Auswahl. Die Polizei ermittelte wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung.

Jahrgang hatte sich distanziert

Der Jahrgang hatte sich nach dem Eklat öffentlich von den Vorschlägen distanziert. Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung hätten an der Schule keinen Platz, hieß es in einer damaligen Stellungnahme der Schüler.

Die aktuelle Sanktion betrifft nach den vorliegenden Berichten nicht den Schulabschluss selbst, sondern die Teilnahme an der feierlichen Zeugnisvergabe. Ob die Beschwerden der Eltern noch Auswirkungen auf die Entscheidung haben, ist offen.

Schule verstärkte Prävention

Die Liebigschule hatte den Vorfall nach Angaben des hessischen Kultusministeriums im Unterricht aufgearbeitet und Präventionsangebote gegen Extremismus verstärkt. Dazu gehörten demnach Workshops, Vorträge und weitere Angebote gegen Rassismus und Diskriminierung. (red)

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