Störche fühlen sich in Hessen wohl: Welche gewaltige Gefahr auf sie lauert
Donnerstag, 14.05.2026
von Redaktion Kinzig News
HESSEN - Die Storchenpopulation in Hessen wächst. Das ist aus Sicht des Naturschutzes zunächst eine gute Nachricht, bringt aber zunehmend Probleme mit sich: Immer mehr Tiere bauen ihre Nester auf Strommasten und Bahnanlagen. Dort drohen Stromschläge, Kollisionen, Brände und Störungen im Betrieb.
Besonders betroffen ist Südhessen. Der Ornithologe Bernd Petri, ehrenamtlicher Weißstorchexperte beim Nabu Hessen, verweist laut mehreren Medienberichten darauf, dass dort viele Störche auf Hochspannungsmasten nisten.
Gefahr für Tiere und Stromnetz
Für die Störche können solche Nistplätze tödlich enden. Die Tiere können durch Stromschläge sterben oder mit Leitungen kollidieren.
Auch für Netzbetreiber entsteht ein Risiko. Herabhängendes Nistmaterial kann Feuer fangen oder Stromausfälle verursachen. Laut Bericht geht es dabei teils um Schäden in Millionenhöhe.
Auch das Kinzigtal ist betroffen
Das Problem beschränkt sich nicht auf Strommasten. Auch Bahnanlagen werden für Störche offenbar zunehmend attraktiv.
Nach Angaben der Deutschen Bahn gibt es unter anderem im Kinzigtal entlang der Strecke 3600 auffällige Vorkommen mit betrieblicher Bedeutung. Eingetragenes Nistmaterial kann dort Kurzschlüsse, elektrische Überschläge, Schäden an Oberleitungen und Einschränkungen im Bahnverkehr verursachen.
Netzbetreiber setzen auf Gegenmaßnahmen
Stromversorger versuchen bereits gegenzusteuern. Nester werden außerhalb der Brut- und Setzzeit entfernt, Masten gesichert und alternative Nistplätze angeboten. Ganz gelöst ist das Problem damit aber nicht. Nach Angaben der Unternehmen wirken die Maßnahmen bislang nur begrenzt.
Für Naturschutz, Stromversorgung und Bahn bleibt deshalb die Aufgabe, sichere Ersatzstandorte zu schaffen, ohne die wachsende Storchenpopulation zu gefährden. (red)