"Mädchen aus dem Main" endlich identifiziert: Grausamer Vorwurf gegen Vater
Foto: Collage/Hessisches Landeskriminalamt">
Montag, 18.05.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT AM MAIN/OFFENBACH - Fast 25 Jahre nach dem Fund einer Jugendlichen im Main gibt es eine entscheidende Entwicklung im Fall des sogenannten „Mädchens aus dem Main“. Die Tote ist identifiziert. Gegen ihren Vater wird wegen des Verdachts des Mordes ermittelt.
Nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamts wurde der 67-jährige deutsche Staatsangehörige am 12. Mai festgenommen. Er steht im dringenden Verdacht, seine damals 16-jährige Tochter im Jahr 2001 getötet und ihren Leichnam anschließend in den Main geworfen zu haben. Eine Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Frankfurt ordnete Untersuchungshaft an.
Leiche 2001 in Frankfurt-Nied gefunden
Der Fall reicht zurück bis zum 31. Juli 2001. Damals entdeckten Passanten am Nachmittag im Frankfurter Stadtteil Nied eine verpackte Leiche im Wasser. Der Körper war nach früheren Angaben der Ermittler mit einem Sonnenschirmständer beschwert worden.
Die Jugendliche konnte über Jahrzehnte nicht identifiziert werden. Im Oktober 2024 hatten Staatsanwaltschaft und LKA den Fall deshalb im Rahmen der internationalen Kampagne „Identify Me“ erneut öffentlich gemacht. Damals gingen die Ermittler davon aus, dass die junge Frau etwa 13 bis 16 Jahre alt war und möglicherweise aus dem asiatischen Raum stammte.
Tat soll in Offenbach passiert sein
Nach dem aktuellen Ermittlungsstand soll der Beschuldigte seine Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach durch zahlreiche brutale Schläge getötet haben. Anschließend soll er den Leichnam in ein Bettlaken eingewickelt, verschnürt, an einem Sonnenschirmständer befestigt und in Frankfurt in den Main geworfen haben.
Der Mann wurde noch am Tag seiner Festnahme der Ermittlungsrichterin vorgeführt. Die Ermittlungen dauern laut LKA weiter mit erheblicher Intensität an.
Hinweise aus der Bevölkerung brachten Durchbruch
Der Durchbruch gelang nach Angaben der Behörden durch die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“. Im Rahmen dieser Kampagne werden ungeklärte Fälle von nicht identifizierten toten Frauen aus mehreren europäischen Ländern veröffentlicht. Ziel ist es, Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten und den Frauen ihre Namen zurückzugeben.
Im Fall des „Mädchens aus dem Main“ seien nach dem erneuten Aufruf mehrere Hinweise eingegangen. Diese hätten die Ermittlungen vorangebracht und nun zur Festnahme des Tatverdächtigen geführt.
Mord verjährt nicht
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt hatten den Fall im vergangenen Jahr ausdrücklich nicht zu den Akten gelegt. Schon damals betonten sie: Mord verjährt nicht.
Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters oder der Täter führen, hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Oktober 2024 eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Die Pressehoheit in dem Verfahren liegt bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt. (red)