Fliegen wie vor 100 Jahren: Junkers-F13-Nachbau hebt bei der "Kerb Airshow" ab
Mittwoch, 20.05.2026
GELNHAUSEN - Fliegen wie vor 100 Jahren: Vom 10. bis zum 12. Juli kommen bis zu drei nahezu originalgetreue Nachbauten der Junkers F13 zur "Kerb Airshow 2026" auf den Flugplatz Gelnhausen.
Geplant sind Rundflüge mit dem legendären Flugzeugtyp. Teilnehmen kann nach Angaben der Organisatoren nur, wer bereits jetzt Vereinsmitglied wird.
Bis zu drei Maschinen sollen gleichzeitig abheben
Je nach Wetter und Buchungslage sollen dabei bis zu drei Maschinen gleichzeitig abheben. Aus der Luft dürften sich Blicke auf die Frankfurter Skyline, den Vogelsberg und den Spessart bieten. Wer mitfliegen will, muss nach Angaben der Organisatoren vorab rechtzeitig Vereinsmitglied werden.
Eine seltene Gelegenheit für Luftfahrtfreunde: Das historische Flugzeug erinnert äußerlich an die Pionierzeit der zivilen Luftfahrt, ist technisch aber auf heutigem Sicherheitsniveau. Die Termine in Hessen sind Teil einer Rundflug-Serie, die der in Altenrhein ansässige Verein Junkers Luftverkehr für 2026 ankündigt. Im Mittelpunkt steht ein Flugzeugtyp, der als Meilenstein der frühen Passagierluftfahrt gilt.

Warum dieses Flugzeug bis heute als Ikone gilt
Die Junkers F13 absolvierte 1919 in Dessau ihren Erstflug und gilt als erstes Ganzmetall-Passagierflugzeug der Welt, welches aus Duraluminium gefertigt wurde. Das Deutsche Museum in München ordnet den Typ so ein: „Die F13 war das erste aus Metall gefertigte Passagierflugzeug – im Juni 1919 eine Weltneuheit.“
Mit offenem Cockpit für Pilot und Bordmechaniker oder Copilot sowie einer geschlossenen Kabine für vier Fluggäste wurde der Tiefdecker in den 1920er-Jahren als Passagier- und Frachtflugzeug genutzt. Luftfahrthistoriker sprechen wegen dieser Aufteilung bisweilen von einer „Postkutsche der Lüfte“. Originale Maschinen sind heute nur noch als Museumsstücke erhalten. Flugfähige Oldtimer dieses Typs gibt es nicht mehr.
Außen fast wie damals, innen moderne Luftfahrttechnik
Die
Nachbauten orientieren sich äußerlich sehr eng an der ursprünglichen
Konstruktion mit markanter Duraluminium-Wellblechhülle und der damaligen
Ausstattung der kleinen Passagierkabine. An Bord arbeiten jedoch
zeitgemäße Systeme: Im Cockpit kommt moderne Avionik zum Einsatz, um
heutigen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Angetrieben wird die
Maschine von einem modernen Sternmotor.
Der rund zehn Meter lange Nachbau mit einer Spannweite von knapp 15 Metern ist für zwei Besatzungsmitglieder im halboffenen Cockpit und vier Fluggäste in der geschlossenen, beheizten Kabine ausgelegt. Bei den angebotenen Rundflügen werden nach Vereinsangaben jedoch aus Gewichtsgründen maximal drei Passagiere befördert.
So läuft die Buchung – und was Interessierte wissen müssen
„Wir sehen die F13 als fliegendes luftfahrttechnisches und verkehrsgeschichtliches Kulturgut“, sagt Vereinsvorsitzender Bernd Huckenbeck. „Für viele Gäste ist ein Rundflug eine kleine Zeitreise in die Anfangsjahre der Passagierluftfahrt. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis.“
Aus luftfahrtrechtlichen Gründen ist nach Angaben des Vereins für Flüge eine Mitgliedschaft erforderlich. Zwischen Beitritt und Flugtermin müsse ein Vorlauf von mindestens 30 Tagen liegen. Buchungen erfolgen demnach ausschließlich über die Internetseite. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. (red)

