Exzesse mit Drogen, Alkohol und Prostituierten: Deutscher aus Kolumbien ausgewiesen
Sonntag, 24.05.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT AM MAIN/KOLUMBIEN - Ein deutscher Staatsbürger ist aus Kolumbien ausgewiesen worden. Die kolumbianische Einwanderungsbehörde Migración Colombia wirft dem Mann vor, in einer Wohnanlage im Stadtteil Altos de Provenza in Medellín wiederholt die Sicherheit und das Zusammenleben der Bewohner massiv gestört zu haben.
Nach Angaben der Behörde ging es unter anderem um tagelange private Partys mit hohem Lärmpegel, mutmaßlichen Drogenkonsum, Alkohol, Waffen, Schäden in Gemeinschaftsbereichen und Einschüchterungen gegenüber Nachbarn. Die Ausweisung sei nach mehreren Bürgerbeschwerden sowie Prüfungen gemeinsam mit Polizei und Stadtverwaltung erfolgt.
Nachbarn meldeten nächtliche Eskalationen
Die Vorwürfe lesen sich heftig: Nachbarn berichteten laut Migración Colombia von Schüssen in die Luft, unkontrolliertem Lärm, Schreien in den frühen Morgenstunden, dreitägigen Partys mit DJ, Alkohol- und Drogenkonsum in Gemeinschaftsbereichen und im Aufzug sowie Sex in der Öffentlichkeit auf einer Terrasse.
Auch BILD berichtet unter Berufung auf die kolumbianische Behörde, der Mann habe seinen Lebensstil in sozialen Netzwerken präsentiert. Die Behörden werteten demnach auch entsprechende Veröffentlichungen aus.
Streit mit Sexarbeiterinnen um Bezahlung
Laut Migración Colombia kam es außerdem wiederholt zu Vorfällen mit Sexarbeiterinnen, die die Bezahlung ihrer Dienstleistungen eingefordert hätten. Die Behörde spricht von „Zeugnissen und expliziten Beweisen“, die im Rahmen der Überprüfung zusammengetragen worden seien.
Besonders schwer wiegt ein weiterer Punkt: Bei den Prüfungen seien auch Informationen zu mutmaßlicher sexueller Ausbeutung Minderjähriger und möglicher Aufnahme pornografischer Inhalte in der Wohnung des Mannes erlangt worden. Diese Vorwürfe sollen nun von der Justiz untersucht werden.
Zehn Jahre Einreiseverbot
Der Mann musste Kolumbien nach dem ausländerrechtlichen Verfahren verlassen. Nach Angaben von Migración Colombia flog er zunächst nach Madrid und von dort weiter nach Frankfurt.
Die Maßnahme umfasst ein zehnjähriges Einreiseverbot für Kolumbien. Nach Ablauf dieser Frist müsste der Deutsche ein Visum beantragen, um erneut in das Land einreisen zu können.
Ermittlungen zu schweren Vorwürfen laufen
Ob deutsche Ermittlungsbehörden eingeschaltet wurden, war nach Angaben von BILD zunächst offen. Klar ist bislang nur: Die kolumbianische Behörde hat die Ausweisung vollzogen, die möglichen strafrechtlichen Vorwürfe im Zusammenhang mit Minderjährigen und pornografischen Aufnahmen sollen von der Justiz geprüft werden.
Für die Bewohner der Anlage in Medellín ist der Fall vor allem ein Beispiel dafür, wie sich privates Fehlverhalten in einem Wohnumfeld zu einem Sicherheitsproblem auswachsen kann. Die Behörde kündigte an, weiter gegen ausländische Staatsbürger vorzugehen, wenn deren Verhalten das Zusammenleben, die Sicherheit oder den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen gefährden könnte. (red)