Was für eine Sauerei!

Müllschock am Altkleider-Container: Stadt Bad Soden-Salmünster zieht Reißleine

Immer mehr Müll wird illegal rund um die Altkleider-Container entsorgt: Jetzt hat die Stadt Bad Soden-Salmünster die Reißleine gezogen ... - Foto: privat


Freitag, 29.05.2026

BAD SODEN-SALMÜNSTER - Immer mehr Müll wird illegal rund um Altkleider-Container entsorgt: Jetzt hat die Stadt Bad Soden-Salmünster die Reißleine gezogen ...

Am Containerstandort Palmusacker/Einmündung Weinstraße sei es laut Stadt in den vergangenen Monaten wiederholt zu erheblichen Vermüllungen gekommen. Neben illegal abgestelltem Sperrmüll seien dort immer wieder Kleidersäcke aus den Altkleider-Containern herausgerissen und auf dem Gelände verteilt worden.

Die Entwicklung habe zunehmend zu Belastungen für den Betreiber geführt und das Erscheinungsbild des Stadtgebiets erheblich getrübt.

"Vermüllung nimmt flächendeckend zu"


"Wir erleben diese Vermüllung nicht nur in unserer Stadt, sondern flächendeckend in vielen Kommunen. Das ist ein strukturelles Problem, das in den vergangenen Monaten immer stärker sichtbar geworden ist", erklärt Bürgermeister Dominik Brasch.

Ein Grund für die steigenden Mengen an Altkleidern ist auch eine bundesweite gesetzliche Änderung: Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Alttextilien grundsätzlich nicht mehr über den Restmüll entsorgt werden. Bürgerinnen und Bürger sind verpflichtet, diese über die vorgesehenen Sammelsysteme abzugeben. Dadurch haben die Einwurfmengen in Altkleider-Containern deutlich zugenommen.

Nicht mehr verwertbare Textilien gehören in den Restmüll


Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass verschlissene, stark verschmutzte oder nicht mehr verwertbare Textilien weiterhin im Restmüll entsorgt werden dürfen. "Es ist wichtig, genau zu unterscheiden: Gut erhaltene Kleidung gehört in die Altkleider-Container oder in den Kleiderladen, unbrauchbare Textilien dürfen weiterhin in den Restmüll", erläutert Brasch.

Die Stadt Bad Soden-Salmünster arbeitet bei den Sammelcontainern ausschließlich mit karitativen Anbietern zusammen. Doch auch diese sehen sich zunehmend mit Fehlbefüllungen und illegalen Ablagerungen konfrontiert. "Unsere karitativen Partner wollen mit den Spenden Menschen unterstützen. Wenn jedoch Müll und Abfälle in den Containern landen, entstehen zusätzliche Kosten und der eigentliche Zweck wird unterlaufen", so der Bürgermeister weiter.

Kleidercontainer wurden "umgesiedelt"


Bereits im vergangenen Jahr hatte der Magistrat deshalb entschieden, besonders belastete Containerstandorte aufzugeben und die dortigen Altkleider- und Glas-Container an einen besser kontrollierbaren Standort zu verlagern. Die betroffenen Container befinden sich nun vor dem Gelände des städtischen Bauhofs in der Berliner Straße.

"Wir verlagern die Container bewusst dorthin, wo der Bauhof in unmittelbarer Nähe ist. So können wir schneller eingreifen und dafür sorgen, dass die Sammelstellen sauber und geordnet bleiben", betont der Rathauschef.

Stadt verweist auf den DRK-Kleiderladen


Zusätzlich verweist die Stadt auf den DRK-Kleiderladen in der Brückenstraße in Bad Soden. Dort kann gut erhaltene und tragfähige Kleidung direkt abgegeben werden. "Wer saubere Kleidung spendet, hilft damit unmittelbar vor Ort. Der Kleiderladen freut sich über jede Unterstützung", erklärt der Bürgermeister.

Mit der Verlagerung der Containerstandorte verfolge die Stadt das Ziel, die Abfallentsorgung wieder in geordnete Bahnen zu lenken und die Belastung öffentlicher Flächen zu reduzieren. (red)

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