Frankfurt: Gewaltiger Schlag gegen Drogen-Bande - Polizei beschlagnahmt Riesen-Koksmenge
Donnerstag, 11.06.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT AM MAIN - Bei Ermittlungen gegen eine mutmaßlich international organisierte Kokain-Bande haben Einsatzkräfte am Dienstag 27 Objekte in Deutschland und den Niederlanden durchsucht. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen, unter anderem in Herborn sowie in Amersfoort und Assen in den Niederlanden.
Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, des Zollfahndungsamts Frankfurt und des Polizeipräsidiums Frankfurt mittlerweile gegen 20 Beschuldigte. Es geht um den Verdacht international organisierter Rauschgiftkriminalität.
Kokain aus Südamerika nach Deutschland geschmuggelt
Die Beschuldigten sollen zwischen Juni 2024 und Januar 2026 Teil einer international agierenden kriminellen Organisation gewesen sein. Diese soll Kokain im Tonnenbereich aus Südamerika nach Deutschland eingeführt haben.
Nach Angaben der Ermittler sollen die Drogen unter anderem aus Brasilien und Kolumbien gekommen sein. Für den Transport seien Luftfracht und Containerschiffe genutzt worden.
Scheinfirmen sollten Schmuggel verschleiern
Zur Organisation des Kokainschmuggels sollen Mitglieder der mutmaßlichen Organisation bereits bestehende Firmen in Deutschland faktisch übernommen haben. Genannt werden Unternehmen mit Sitz in Braunschweig, Isernhagen, Karben und Dreieich.
Diese Firmen sollen anschließend als Scheinfirmen genutzt worden sein. Strohpersonen seien als Geschäftsführer eingesetzt worden, um Lieferungen aus Südamerika zu koordinieren und den Schmuggel durch den Import legaler Waren zu verschleiern.
2,5 Tonnen Kokain sichergestellt
Allein zwischen Februar 2025 und Januar 2026 konnten Zoll und Polizei nach eigenen Angaben vier mutmaßlich zu der Organisation gehörende Kokainimporte stoppen. Sichergestellt wurden insgesamt rund 2,5 Tonnen Kokain.
Die Drogen wurden in Luxemburg, Kolumbien und Hamburg entdeckt. Der geschätzte Straßenverkaufswert liegt laut Ermittlern bei rund 180 Millionen Euro.
Fünf Beschuldigte im Fokus
Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei niederländische Staatsangehörige im Alter von 59 und 56 Jahren sowie einen 53-jährigen türkischen Staatsangehörigen. Zwei weitere Beschuldigte sitzen bereits in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Darmstadt in Untersuchungshaft. Gegen sie wurden sogenannte Überhaftbefehle erlassen.
Die fünf Männer stehen im dringenden Verdacht, als Mitglieder einer Bande zusammengewirkt zu haben, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betäubungsmittelstraftaten verbunden haben soll. Zwei Beschuldigten werfen die Ermittler vor, führende Mitglieder der Organisation gewesen zu sein.
Mehr als 120 Beamte im Einsatz
An den Durchsuchungen waren mehr als 120 Einsatzkräfte beteiligt. Neben dem Zollfahndungsamt Frankfurt und dem Polizeipräsidium Frankfurt war auch das Gemeinsame Finanzermittlungszentrum von Justiz, Polizei und Finanzbehörden eingebunden.
Die Maßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Ermittlungsbehörden umgesetzt. Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt.
Auslieferung aus den Niederlanden beantragt
Der in Deutschland festgenommene 53-Jährige sowie die beiden bereits in Deutschland inhaftierten Beschuldigten sollen Haftrichtern vorgeführt werden. Diese entscheiden über Untersuchungshaft beziehungsweise Überhaft.
Für die beiden in den Niederlanden festgenommenen Beschuldigten haben die deutschen Behörden um Auslieferung ersucht. Die Ermittlungen dauern an. (red)