Bereits großer Zuspruch

Bürger gehen gegen geplantes Rechenzentrum in Birstein auch online auf die Barrikaden

Petition gegen geplantes Rechenzentrum Birstein. - Foto: Frank Cube UG


Donnerstag, 11.06.2026
von Redaktion Kinzig News

BIRSTEIN - Vor der nächsten wichtigen Entscheidung zum geplanten Rechenzentrum in Birstein wächst der Widerstand. Auf Change.org wurde eine Petition mit dem Titel „Nein zum Rechenzentrum mit fossilem Kraftwerk in Birstein“ gestartet.

Die Initiatoren fordern die politischen Entscheidungsträger der Gemeinde auf, die Planungen für das Projekt in der derzeitigen Form zu stoppen. Zum Zeitpunkt der Abfrage hatte die Petition bereits mehr als 460 verifizierte Unterschriften.

Sorge um Schulen, Kitas und Wohngebiete

Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem mögliche Auswirkungen auf Anwohner, Kinder und Jugendliche. Das Projekt soll nach Angaben der Petition auf einer rund elf Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Kindergärten und Wohngebieten entstehen.

Die Unterzeichner verweisen unter anderem auf offene Fragen zu Lärm, Emissionen, Lichtverschmutzung und technischer Infrastruktur. Besonders die Nähe zu Bildungseinrichtungen wird von den Kritikern als problematisch bewertet.

Entscheidung am Donnerstag im Blick

Die Petition richtet sich auch gegen das aus Sicht der Gegner hohe Tempo des Verfahrens. Am Donnerstag soll die Gemeindevertretung über den städtebaulichen Vertrag und weitere Punkte rund um das Vorhaben beraten.

Anwohner und Eltern kritisieren, dass aus ihrer Sicht noch zu viele Fragen unbeantwortet seien. Sie fordern, die Entscheidung zu vertagen und das Verfahren durch einen weiteren unabhängigen Gutachter prüfen zu lassen.

Bürger wollen stärker beteiligt werden

In der Debatte spielt auch das Bürgerbegehren der Wählergruppe „Gemeinsam für Birstein“ eine Rolle. Dieses soll den Wunsch vieler Bürger nach direkter Beteiligung an der Entscheidung deutlich machen.

Die Gegner des Projekts argumentieren, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung nicht ohne breite Akzeptanz in der Bevölkerung vorangetrieben werden dürfe. Die Entscheidung sei später kaum noch rückgängig zu machen und betreffe die Gemeinde langfristig.

Kritiker sehen Rechenzentren nicht grundsätzlich negativ

Die Initiatoren der Petition betonen, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen Rechenzentren stellen. Diese seien Teil der digitalen Zukunft. Entscheidend sei aber die Größe des geplanten Vorhabens und der konkrete Standort.

Nach ihrer Auffassung gehört ein so großes Rechenzentrum mit fossilem Kraftwerk nicht in unmittelbare Nähe von Schulen, Kitas und Wohnbebauung. Auch die Einstufung von Rechenzentren als kritische Infrastruktur wird als zusätzlicher Risikofaktor genannt.

Unterschiedliche Positionen in der Kommunalpolitik

Das geplante Rechenzentrum spaltet die politische Debatte in Birstein. Während Gegner mehr Bürgerbeteiligung und eine Vertagung der Entscheidung fordern, verweisen Befürworter und andere Stimmen auf die Verantwortung der gewählten Gemeindevertreter.

Sie argumentieren, dass ein derart komplexes Projekt Fachwissen, Zugang zu Unterlagen und eine umfassende Abwägung erfordere. Zugleich steht für die Gemeinde auch die Frage im Raum, welche wirtschaftlichen Chancen mit dem Projekt verbunden sein könnten.

Petition fordert Stopp in aktueller Form

Die Petition bleibt in ihrer Forderung deutlich: Das Rechenzentrum mit angeschlossenem fossilen Kraftwerk soll in der derzeitigen Form nicht genehmigt werden. Die Lebensqualität der Menschen vor Ort müsse Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.

Ob die Petition und der weitere Protest Auswirkungen auf die Entscheidung der Gemeindevertretung haben, wird sich am heutigen Donnerstag zeigen. (red)

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