Enttäuschung auf ganzer Linie: Von welchen Ganzjahresreifen Ihr die Finger lassen solltet
Samstag, 27.06.2026
von Redaktion Kinzig News
DEUTSCHLAND - Ganzjahresreifen werden in Deutschland immer beliebter. Laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk lagen sie im vergangenen Jahr erstmals an der Spitze der Verkaufszahlen. Doch der aktuelle ADAC-Test zeigt: Nicht jedes Modell ist eine gute Wahl.
Der Automobilclub hat 16 Ganzjahresreifen in der Dimension 185/65 R15 getestet. Diese Größe wird vor allem bei Kleinwagen genutzt.
Reifen müssen viele Bedingungen meistern
Ganzjahresreifen müssen im Alltag besonders viel leisten. Sie sollen bei trockener Straße, Nässe und Schnee funktionieren und zugleich bei Laufleistung, Geräuschentwicklung und Spritverbrauch überzeugen.
Genau diese Bandbreite wurde im Test geprüft. Bewertet wurden unter anderem Handling und Bremsverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn sowie die Leistung auf schneebedecktem Untergrund.
Continental als einziger Reifen „gut“
Nur ein Modell schaffte im Test die Gesamtnote „gut“: Der Continental AllSeasonContact 2 erreichte die Note 2,3.
Nach ADAC-Einschätzung bietet der Reifen durchweg solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen Untergründen. Auch die Umweltbilanz fällt zufriedenstellend aus.
Pirelli und Michelin knapp dahinter
Nur knapp an einer guten Gesamtbewertung vorbei schrammten der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2. Beide Modelle erhielten die Gesamtnote 2,6.
Sie zeigen zwar nicht auf allen Untergründen durchgehend gute Fahrleistungen, gelten in der Summe aber dennoch als empfehlenswerte Reifen.
Acht Reifen ohne Kaufempfehlung
Deutlich kritischer fällt das Urteil bei der Hälfte des Testfelds aus. Acht der 16 getesteten Ganzjahresreifen können laut ADAC nicht empfohlen werden.
Ein Grund ist das bekannte Problem vieler Ganzjahresreifen: Manche Modelle sind stark auf eine Fahrsituation ausgelegt und zeigen dafür bei anderen Bedingungen erhebliche Schwächen.
Dunlop stark im Winter, schwach bei Trockenheit
Besonders deutlich wird das am Beispiel des Dunlop All Season 2. Der Reifen erzielte auf winterlicher Fahrbahn die beste Bewertung im gesamten Testfeld.
Auf trockener Straße kam das Modell laut ADAC allerdings nicht gut zurecht. Dadurch reicht es am Ende nicht für eine überzeugende Gesamtbewertung.
Fünf Modelle fallen mangelhaft aus
Am Ende des Testfelds landen fünf Reifen mit mangelhafter Gesamtbewertung. Der ADAC sieht bei diesen Modellen ein Sicherheitsrisiko.
Betroffen sind der Norauto 4 Seasons 2 mit der Note 4,9, der Bridgestone Weather Control A005-Evo und der Mastersteel All Weather 2 mit jeweils 5,3, der Roadhog RGAS02 mit 5,4 sowie der Tomason Allseason mit 5,5.
Probleme vor allem bei Schnee
Alle fünf mangelhaft bewerteten Reifen sind auf winterlicher Fahrbahn überfordert. Zusätzlich zeigen sie Schwächen in mindestens einer weiteren Disziplin.
Bei Roadhog und Mastersteel weist der ADAC darauf hin, dass es sich um annähernd baugleiche Produkte handelt, die sogar in derselben Fabrik hergestellt werden. Unterschiede in den Testergebnissen ergaben sich demnach durch verschiedene Zulieferer.
ADAC warnt vor blindem Vertrauen in Marken
Der Test zeigt aus Sicht des ADAC, dass sich Autofahrer bei Ganzjahresreifen nicht allein auf Markennamen, Preise oder Reifenlabel verlassen sollten.
Gerade im Kleinwagenbereich bieten manche Hersteller offenbar nicht ihre neuesten Modelle an. Der ADAC fordert deshalb, moderne Reifentechnologien auch in kleinen Dimensionen flächendeckend verfügbar zu machen.
Für wen Ganzjahresreifen geeignet sind
Grundsätzlich empfiehlt der ADAC Ganzjahresreifen vor allem für Gelegenheitsfahrer. Wer nur wenig fährt und extreme Wetterbedingungen eher meidet, kann mit einem guten Modell gut versorgt sein.
Wer dagegen häufig unterwegs ist, regelmäßig bei großer Hitze oder starkem Winterwetter fährt oder hohe Sicherheitsreserven möchte, sollte besser auf spezialisierte Sommer- und Winterreifen setzen. (red)