Was die neue Zentralküche in Linsengericht so besonders macht
Sonntag, 28.06.2026
von Redaktion Kinzig News
LINSENGERICHT - In Linsengericht-Altenhaßlau geht Ende Juli eine neue Zentralküche für den Main-Kinzig-Kreis in Betrieb. Die Kulinarik Main-Kinzig soll künftig Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheime, Kantinen und weitere Einrichtungen mit Mahlzeiten versorgen.
Start ist am 31. Juli. Danach soll der Betrieb schrittweise hochgefahren werden. Langfristiges Ziel sind bis zu 4000 Essen pro Tag.
Neue Küche in der Baumschulenstraße
Entstanden ist die Zentralküche in der Baumschulenstraße 6 in Altenhaßlau. Auf rund 1800 Quadratmetern wurden nach etwa anderthalb Jahren Bauzeit moderne Arbeits-, Kühl-, Wirtschafts- und Büroräume geschaffen.
Künftig sollen dort rund 30 Mitarbeitende tätig sein. Dazu gehören auch Menschen mit Behinderung. Betrieben wird die Kulinarik Main-Kinzig von der Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH, einem Tochterunternehmen des BWMK.
Heinzelmännchen beliefern bereits Schulen
Die Heinzelmännchen bringen nach eigenen Angaben langjährige Erfahrung in der Gemeinschaftsverpflegung mit. Seit mehr als zwei Jahrzehnten organisieren sie Essensangebote und beliefern inzwischen mehr als 25 Schulen in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis.
Mit der neuen Zentralküche soll dieses Know-how gebündelt werden. Zugleich soll das Angebot auf die wachsende Nachfrage nach verlässlicher und qualitativ hochwertiger Gemeinschaftsverpflegung reagieren.
Frisch gekocht und regional ausgerichtet
Im Mittelpunkt des Konzepts steht frisch gekochtes Essen mit möglichst vielen Zutaten aus regionaler Erzeugung. Die Speisepläne sollen sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren.
Zudem sind Zertifizierungen für Bio-Qualität und nach Kriterien der DGE in Vorbereitung. Das Motto des Konzepts lautet: „Deckel drauf. Qualität drin.“
Flexibles System für Einrichtungen
Die Kulinarik Main-Kinzig setzt auf ein modulares System. Einrichtungen können einzelne Komponenten bedarfsgerecht kombinieren.
So kann etwa ein Hauptgericht bestellt werden, während Beilagen vor Ort selbst zubereitet werden. Damit sollen unterschiedliche Anforderungen in Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen oder Kantinen besser berücksichtigt werden können.
Cook-and-Chill-Verfahren im Einsatz
Für Produktion und Logistik setzt das Team auf das sogenannte Cook-and-Chill-Verfahren. Die Speisen werden frisch gekocht, anschließend schonend heruntergekühlt und erst kurz vor der Ausgabe wieder erwärmt.
Dadurch sollen Nährstoffe, Aromen und Konsistenz möglichst erhalten bleiben. Ernährungswissenschaftlerin Charlina Babylon arbeitet in der Kulinarik daran, Gesundheit und Genuss zusammenzubringen.
Anspruch über große Mengen hinaus
Küchenleiterin Nicole von der Lehr betont, dass es nicht allein um die Produktion großer Mengen gehe. Entscheidend sei, Essen zuzubereiten, das schmeckt und zugleich Energie liefert.
Dabei müssten unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt werden: Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren hätten jeweils eigene Erwartungen an Mahlzeiten.
Soziale Verantwortung als Teil des Konzepts
Für das BWMK ist die neue Zentralküche auch ein soziales Projekt. Geschäftsführerin Mareike Meister verweist darauf, dass das BWMK und seine Tochterunternehmen Menschen mit Behinderung Perspektiven eröffnen und Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen wollen.
Die Kulinarik Main-Kinzig soll damit Versorgerin, Arbeitgeberin und regional verankerte Partnerin zugleich sein. Sie verbindet professionelle Gemeinschaftsverpflegung mit sozialer Verantwortung und regionalem Anspruch.
Mehr als eine Zentralküche
Die Verantwortlichen sehen die neue Einrichtung nicht nur als Produktionsküche. Sie soll eine Antwort auf steigende Anforderungen an Gemeinschaftsverpflegung sein – von Ernährungsqualität über Nachhaltigkeit bis hin zu verlässlicher Logistik.
Mit dem Start Ende Juli beginnt in Altenhaßlau damit ein Projekt, das viele Einrichtungen im Main-Kinzig-Kreis künftig im Alltag erreichen könnte. (red)