Social Media erst ab 13? Neue Altersgrenze sorgt für heftige Debatte
Freitag, 26.06.2026
von Redaktion Kinzig News
DEUTSCHLAND - Sollten Kinder unter 13 Jahren keinen Zugang mehr zu TikTok, Instagram oder Snapchat haben? Genau darüber wird derzeit bundesweit diskutiert. Eine Expertenkommission empfiehlt eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien – und erhält dabei Unterstützung von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU).
Hintergrund sind wachsende Sorgen um den Kinder- und Jugendschutz. Experten warnen vor den Auswirkungen von Hassbotschaften, Cybermobbing, Pornografie und anderen problematischen Inhalten. Auch die oft stundenlange Nutzung sozialer Netzwerke könne die Entwicklung junger Menschen negativ beeinflussen.
Ministerin setzt auf strengere Regeln
Prien spricht sich deshalb für eine gesetzliche Mindestaltergrenze von 13 Jahren aus. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren könnte es abgestufte Schutzmaßnahmen geben. Damit die Altersgrenze tatsächlich kontrolliert werden kann, setzt die Ministerin auf die europäische digitale Identitäts-Wallet (EUDI-Wallet), die ab 2027 eine verlässliche Altersprüfung ermöglichen soll. Falls auf europäischer Ebene keine schnelle Lösung gefunden werde, kündigte Prien an, nationale Regelungen vorzubereiten.
Andere Länder sind bereits weiter. In Australien gilt seit Ende 2025 ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige. Auch Frankreich, Spanien und Großbritannien prüfen derzeit strengere Vorgaben.
Die Vorschläge sorgen für kontroverse Diskussionen. Während Befürworter einen besseren Schutz von Kindern fordern, warnen Kritiker vor Problemen bei der Umsetzung und möglichen Einschränkungen der digitalen Teilhabe.