Er floh 2015 aus Syrien

Vom Flüchtling zum deutschen Staatsbürger: Wie Yaser Assafs in Gelnhausen Heimat fand

Yaser Assaf (Mitte) wurde von Landrat Thorsten Stolz (rechts) und Georg Sislak, Geschäftsführer Sislak Design (links), für den Erhalt der Einbürgerungsurkunde beglückwünscht. - Foto: Dr. Jörg Wetterau


Samstag, 11.07.2026
von Redaktion Kinzig News

GELNHAUSEN - Vor elf Jahren floh Yaser Assaf mit seiner Familie vor dem Krieg in Syrien. Heute ist der 44-Jährige deutscher Staatsbürger, arbeitet seit acht Jahren bei Sislak Design in Gelnhausen und bezeichnet Deutschland als seine neue Heimat.

Ende Juni überreichte Landrat Thorsten Stolz dem gebürtigen Aleppiner seine Einbürgerungsurkunde. Für Assaf, seine Ehefrau und die vier gemeinsamen Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren ist die deutsche Staatsbürgerschaft ein weiterer Meilenstein nach der Flucht aus Syrien.

Seit acht Jahren bei Sislak Design

Assaf arbeitet als Logistiker und Kurierfahrer bei der Sislak Design GmbH in Gelnhausen. Geschäftsführer Georg Sislak bezeichnet ihn als unverzichtbaren Mitarbeiter, der fachlich zuverlässig, engagiert und im gesamten Team anerkannt sei.

Auch Stolz sieht in der Geschichte ein Beispiel dafür, wie Integration gelingen kann. Assaf habe Verantwortung übernommen, während das Unternehmen ihm eine echte Chance gegeben habe.

Arbeit, Sprache und Eigeninitiative als Schlüssel

Für Assaf selbst sind Arbeit, Sprache und Eigeninitiative entscheidend, um in einem neuen Land anzukommen. Wer nach Deutschland komme, müsse lernen, arbeiten und positiv nach vorne schauen, sagt er.

Nun freue er sich, deutscher Staatsbürger zu sein und wolle dem Land etwas zurückgeben – so gut er könne.

Auch Familie ist in Deutschland angekommen

Nicht nur beruflich hat sich Assaf ein neues Leben aufgebaut. Seine vier Kinder sind nach Angaben der Pressemitteilung vollständig ins Vereinsleben integriert, seine Frau engagiert sich ehrenamtlich.

Deutschland ist für die Familie damit längst zur neuen Heimat geworden.

Zufall führte Assaf zu seinem Arbeitgeber

Dass Yaser Assaf bei Sislak Design landete, war ursprünglich einem Zufall zu verdanken. In Syrien hatte er als ausgebildeter Kraft- und Busfahrer gearbeitet.

Als Georg Sislak einen motivierten Fahrer suchte, fragte er einen befreundeten Fahrlehrer nach geeigneten Kandidaten. Genau zu dieser Zeit musste Assaf seine Führerscheinprüfung in Deutschland bestätigen und wurde von seinem Fahrlehrer für die freie Stelle vorgeschlagen.

Zusammenarbeit mit AQA und Main-Kinzig-Kreis

Sislak hebt neben Assafs persönlichem Einsatz auch die Unterstützung durch den Main-Kinzig-Kreis und die Ausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft AQA hervor.

Die Zusammenarbeit sei von Beginn an unkompliziert und unterstützend gewesen. Für den Unternehmer steht deshalb fest: Wenn alle Beteiligten etwas bewegen wollen, kann Integration funktionieren.

Flucht 2015 über die Türkei

Assaf floh 2015 mit seiner Familie aus Syrien und kam über die Türkei nach Deutschland. Zunächst lebte er drei Jahre in Bad Orb, bevor Gelnhausen 2018 zu seinem beruflichen Mittelpunkt wurde.

Die Einbürgerung selbst dauerte nach seinen Angaben rund drei Jahre. Mit dem Abschluss dieses Verfahrens fühlt sich die Familie endgültig angekommen.

Stolz sieht Vorbild für gelungene Integration

Landrat Thorsten Stolz bezeichnete die Einbürgerung als krönenden Abschluss von Assafs Ankommen in Deutschland. Aus seiner Sicht zeigt die Geschichte, dass erfolgreiche Integration sowohl Eigeninitiative als auch Chancen durch Arbeitgeber und Gesellschaft benötigt.

Zugleich betonte Stolz die Bedeutung motivierter Zuwanderung für den Arbeitsmarkt im Main-Kinzig-Kreis. Gerade familiengeführte Unternehmen könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Familie sucht dringend neues Zuhause

Ganz sorgenfrei ist die Situation der sechsköpfigen Familie allerdings nicht. Wegen Eigenbedarfs muss sie ihre derzeitige Wohnung in Wächtersbach verlassen.

Nun sucht Assaf ein passendes Haus für seine Familie und hofft, möglichst schnell eine Lösung zu finden. Nach seiner Flucht aus Syrien, dem beruflichen Neustart und der Einbürgerung steht damit die nächste große Herausforderung an. (red)

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