Alarmierende Zahlen

Vorjahreswert bereits überschritten: So viele Hitzetote gab es bislang schon in Hessen

Mehr Hitzetote in Hessen. (Symbolfoto) - Foto: Pixabay/geralt


Sonntag, 12.07.2026
von Redaktion Kinzig News

HESSEN - Die extreme Hitze hat in Hessen offenbar bereits Hunderte Menschenleben gefordert. Nach einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts sind bis Ende Juni rund 600 Menschen im Bundesland hitzebedingt gestorben.

Damit liegt die Zahl schon jetzt deutlich über dem Wert des gesamten vergangenen Jahres. Für 2025 waren rund 350 hitzebedingte Todesfälle in Hessen geschätzt worden.

9,5 Hitzetote pro 100.000 Einwohner

Im laufenden Jahr kommen bislang 9,5 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Vorjahr waren es 5,5.

Der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre wurde 2018 erreicht. Damals kamen in Hessen geschätzt 14,9 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Menschen.

RKI nennt Spanne von 350 bis 860 Todesfällen

Bei den Zahlen handelt es sich um statistische Schätzungen. Die Unsicherheit ist entsprechend groß: Je nach Berechnung geht das RKI für Hessen bis Ende Juni 2026 von 350 bis 860 hitzebedingten Sterbefällen aus.

Als zentraler Schätzwert werden rund 600 Todesfälle genannt. Das RKI greift für seine Berechnung unter anderem auf Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes zurück.

Deutschlandweit mehr als 5000 Hitzetote

Auch bundesweit ist die Zahl hoch. Nach Schätzung des RKI sind seit Beginn dieses Sommers bis einschließlich Ende Juni rund 5120 Menschen aufgrund der Hitze gestorben.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Personen, deren Körper sich nicht ausreichend an hohe Temperaturen anpassen kann.

Sterblichkeit steigt bei hohen Temperaturen

Typischerweise steigt die Sterblichkeit in Sommerwochen mit einer mittleren Temperatur von mehr als 20 Grad deutlich gegenüber kühleren Sommerperioden.

Besonders extrem war die Woche vom 22. bis 28. Juni. Der Durchschnitt aus Tages- und Nachttemperaturen lag laut RKI bei 26,4 Grad und damit oberhalb der Schwelle, ab der ein deutlicher hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist.

Hessen erlebte Temperaturen über 40 Grad

Ende Juni wurde Hessen von einer extremen Hitzewelle getroffen. An mehreren Orten wurden Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen.

Die Belastung beschränkte sich dabei nicht nur auf die Tagesstunden. Hohe nächtliche Temperaturen können verhindern, dass sich der Körper ausreichend erholt – insbesondere in dicht bebauten Städten.

Hitzetote werden statistisch ermittelt

Nicht bei jedem hitzebedingten Todesfall steht „Hitze“ auf dem Totenschein. Hohe Temperaturen können bestehende Erkrankungen verschlimmern und beispielsweise das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten.

Deshalb ermittelt das RKI die Zahl der Hitzetoten statistisch. Dafür wird untersucht, wie stark die Sterblichkeit während heißer Perioden über dem normalerweise zu erwartenden Niveau liegt.

Weitere heiße Tage erwartet

Nach einer zwischenzeitlichen Abkühlung werden für Hessen erneut sommerliche Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet.

Die aktuellen Zahlen zeigen, welche gesundheitlichen Folgen extreme Hitze haben kann. Besonders wichtig bleiben daher ausreichendes Trinken, das Meiden körperlicher Belastungen während der heißesten Tagesstunden sowie besondere Aufmerksamkeit für ältere, kranke und alleinlebende Menschen. (red)

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