Während Erwachsene wegsahen: Drei Jungs werden nach Prügelei zu Helden
Sonntag, 19.07.2026
von Redaktion Kinzig News
GIEßEN - Drei Jungen im Alter von zehn und elf Jahren haben in Gießen bemerkenswerte Zivilcourage gezeigt. Als sie Ende April eine Auseinandersetzung zwischen zwei wohnungslosen Männern beobachteten, kümmerten sie sich um einen Verletzten und alarmierten die Rettungskräfte.
Nach Angaben der Polizei sollen mehrere Erwachsene die Situation ebenfalls mitbekommen haben, ohne einzugreifen oder dem verletzten Mann zu helfen. Anton, Theo und Niclas handelten dagegen sofort.
Kinder setzen gemeinsam einen Notruf ab
Zunächst hatten Anton und Theo die Auseinandersetzung bemerkt. Einer der beteiligten Männer erlitt dabei Verletzungen.
Die beiden sprachen Niclas an und nutzten dessen Mobiltelefon, um gemeinsam einen Notruf abzusetzen. Neben dem Rettungsdienst wurde auch die Polizei verständigt.
Jungen bleiben bis zum Eintreffen der Helfer
Damit war ihr Einsatz jedoch nicht beendet. Die Kinder sammelten Gegenstände ein, die der verletzte Mann während des Vorfalls verloren hatte.
Außerdem sprachen sie mit ihm und blieben an seiner Seite, bis Polizei und Rettungsdienst eintrafen. Später standen die drei der Polizei als Zeugen zur Verfügung.
Einladung ins Polizeipräsidium
Nachdem die Verantwortlichen vom Verhalten der Kinder erfahren hatten, wurden sie gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten ins Polizeipräsidium Mittelhessen eingeladen.
Polizeivizepräsident Dr. Hanno Frielinghaus bedankte sich persönlich bei Anton, Theo und Niclas. Die Kinder schilderten den Vorfall noch einmal aus ihrer Perspektive.
Ehrenurkunden und kleine Präsente
Als Anerkennung erhielten die drei Jungen jeweils eine Ehrenurkunde und weitere kleine Geschenke.
Die Polizei würdigte damit nicht nur das Absetzen des Notrufs, sondern auch die Fürsorge und Verantwortungsbereitschaft, die die Kinder gegenüber dem verletzten Mann gezeigt hatten.
Blick hinter die Kulissen der Polizei
Nach der Ehrung durften Anton, Theo und Niclas das Polizeipräsidium bei einer exklusiven Führung kennenlernen.
In der Leitstelle erfuhren sie, wie Notrufe eingehen und von der Polizei bearbeitet werden. Anschließend besichtigten sie unter anderem die Gewahrsamszellen.
Blaulicht und Sirene ausprobiert
Zum Abschluss durfte auch eine Fahrt im Streifenwagen nicht fehlen. Die drei Jungen drehten eine Runde über das Gelände und konnten dabei Blaulicht und Sirene ausprobieren.
Am Ende des Besuchs erklärten alle drei, später selbst einmal zur Polizei gehen zu wollen. Dass sie Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft mitbringen, haben sie bereits eindrucksvoll bewiesen. (red)