Das ist ihr Erfolgsrezept für eine lange Ehe

Wahnsinn, wie lange die beiden schon verheiratet sind: Brigitte und Eberhard feiern Eiserne Hochzeit

Kreisbeigeordneter Jannik Marquart (links) und Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun (rechts) gratulierten Brigitte und Eberhard Hestermann zur Eisernen Hochzeit. - Foto: MKK-Pressestelle


Freitag, 24.07.2026

BRUCHKÖBEL - Kennengelernt haben sich Brigitte Hartmann und Eberhard Hestermann auf einer Studienfahrt des Hanauer Stenografenvereins nach Berlin ...

Am 1. Oktober 1960 saßen die jungen Leute im Bus nebeneinander in der letzten Reihe, dort, wo es beim Fahren über die Betonplatten der Autobahn immer „Dedängdedäng“ machte. Brigitte Hartmann wurde müde und lehnte ihren Kopf an Eberhard Hestermanns Schulter. Er legte seinen Arm fürsorglich um sie. Vier Monate später verlobte sich das Paar, im Juni 1961 wurde geheiratet.

Gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt


65 Jahre später feierten Brigitte und Eberhard Hestermann Eiserne Hochzeit. Kreisbeigeordneter Jannik Marquart und Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun gratulierten im Namen des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Bruchköbel. Sie überbrachten außerdem Glückwünsche des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sowie Geschenke.

„Wenn man Brigitte und Eberhard Hestermann erlebt, versteht man schnell, dass eine lange Ehe von gegenseitigem Respekt und Zusammenhalt lebt. Ich wünsche ihnen, dass sie sich diese Verbundenheit noch lange bewahren“, gratulierte Jannik Marquart.

Wer die beiden erlebt, vergisst ihr Alter schnell ...


Er erzählt mit 87 Jahren glashell von seiner Kindheit und Jugend in Hanau, erinnert sich an Straßen und Plätze, als wäre er erst gestern dort entlanggelaufen. Seine Frau, die mit dem Laufen zu kämpfen hat, sitzt dafür meist selbst am Steuer, wenn die beiden unterwegs sind. Weite Reisen müssen es allerdings nicht mehr sein. Stattdessen stehen Usedom und Bad Füssing auf dem Programm.

Wenn die Hestermanns von Hanau erzählen, gleicht das einer persönlichen Stadtführung. Brigitte Hestermann wurde in Berlin geboren, wuchs aber überwiegend bei ihrer Großmutter in Hanau auf. Beide erlebten die Bombardierung der Brüder-Grimm-Stadt am 19. März 1945, bei der große Teile Hanaus zerstört wurden.

Beruflich gingen beide ihren eigenen Weg ...


Eberhard Hestermann absolvierte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung bei der Sparkasse Hanau, besuchte später die Sparkassenakademie in Bonn und blieb seinem Arbeitgeber 45 Jahre treu. Mehr als zwei Jahrzehnte gehörte er dem Vorstand an, bevor er 2002 in den Ruhestand ging.

Brigitte Hestermann begann mit 17 Jahren als Schreibkraft im Hauptpostamt Frankfurt. „Ich habe viel gemacht, in meinem Arbeitsleben“, berichtete sie. Auf der Schreibmaschine sei sie so flink gewesen, dass sie an Wettbewerben teilnahm. Später arbeitete sie unter anderem für Degussa und Rockwell in Alzenau. Ob Deutsch oder Englisch – ihre Vorgesetzten diktierten und Brigitte Hestermann brachte alles mühelos zu Papier. Nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Beate unterbrach sie ihre Berufstätigkeit für die Erziehungszeit. Als die Tochter drei Jahre alt war, nahm sie eine Arbeit als Sekretärin bei der Sparkasse Hanau auf.

"Seit 45 Jahren sind wir in Bruchköbel und fühlen uns sehr wohl"


Die Familie lebte zunächst in Hanau. 1974 bezog sie ein eigenes Haus, bis nach einigen Jahren der Wunsch nach einem Garten aufkam. In Bruchköbel fanden die Hestermanns das passende Zuhause – durch einen Haustausch mit der damaligen Eigentümerin. „Seit 45 Jahren sind wir in Bruchköbel und fühlen uns sehr wohl“, sagte Eberhard Hestermann zur Freude der Bruchköbler Bürgermeisterin.

Auch im Urlaub hielten die Hestermanns an Bewährtem fest. Ein Vierteljahrhundert lang verbrachten sie ihren Sommer im selben Hotel im italienischen Bibione. 1993 kauften sie dort ein Ferienhaus, das inzwischen ihrer Tochter gehört.

Was also ist das Geheimnis einer 65 Jahre währenden Ehe? Auf die Frage von Jannik Marquart muss Eberhard Hestermann nicht lange überlegen. „Kulanz. Gleichberechtigung.“ Seine Frau nickte. Mehr Erklärung braucht es wohl nicht. (red)

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