Zwei Jahre nach Cannabis-Freigabe: Mehr Patienten wegen Vergiftungen und Psychosen
Sonntag, 26.07.2026
von Redaktion Kinzig News
DEUTSCHLAND - Seit der Teil-Legalisierung von Cannabis in Deutschland werden mehr Menschen wegen cannabisbedingter Probleme im Krankenhaus behandelt. Wissenschaftler aus Hamburg und Leipzig stellten einen Anstieg bei akuten Vergiftungen und ausgelösten Psychosen fest.
Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher mehr als 70.000 Krankenhausaufnahmen. Demnach gab es im Jahr nach der Gesetzesänderung rund sieben Prozent mehr Einweisungen bei Erwachsenen. Auch bei Jugendlichen wurde ein leichter Anstieg festgestellt.
Hoher THC-Gehalt bereitet Sorgen
Als möglichen Grund sehen die Wissenschaftler vor allem den zunehmenden Zugang zu hochpotentem Medizinalcannabis. Produkte auf Rezept enthalten demnach im Durchschnitt deutlich mehr THC als Cannabis aus dem Straßenhandel.
Experten warnen vor möglichen psychischen Folgen eines hohen THC-Konsums. Zwar könnten auch andere Faktoren wie eine höhere Bereitschaft zur Behandlung oder veränderte Diagnosen eine Rolle spielen, der Zusammenhang mit stärkerem Cannabis sei jedoch plausibel.
Seit 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland Cannabis unter bestimmten Bedingungen besitzen und anbauen. Gleichzeitig wurde medizinisches Cannabis leichter zugänglich. Wegen der steigenden Nachfrage plant die Bundesregierung inzwischen strengere Regeln.