Der Stadtpfarrer bei KN

Impuls von Stefan Buß: "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!"

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda - Foto: Hendrik Urbin/KN


Samstag, 01.08.2026
von STEFAN BUß

FULDA / MKK - Das Wort des heiligen Philipp Neri (1515 – 1595, Bedeutender italienischer Theologe der Gegenreformation) klingt zunächst fast zu einfach: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“

Und doch steckt darin ein ganzes Lebensprogramm.

"Fröhlich sein"


Fröhlichkeit ist nicht dasselbe wie oberflächliche Heiterkeit. Der heilige Philipp meinte keine künstliche gute Laune und kein Weglachen der Sorgen. Er wusste selbst, was Müdigkeit, Enttäuschung und menschliche Schwäche bedeuten.

Christliche Freude hat einen tieferen Grund: Wir sind von Gott geliebt. Wer glaubt, dass sein Leben in Gottes Hand liegt, muss nicht ständig verbissen kämpfen, sich beweisen oder alles kontrollieren. Der Christ darf frei atmen.

In einer Welt voller Unruhe wirken fröhliche Menschen fast wie ein Wunder. Nicht laut, nicht aufgesetzt — sondern innerlich hell. Menschen, die Hoffnung ausstrahlen. Menschen, bei denen andere spüren: „Hier ist Frieden.“

Der Apostel Paulus schreibt: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Nicht weil immer alles gut wäre, sondern weil Gott treu bleibt. Vielleicht ist das heute schon eine Predigt für sich: Dass Heiligkeit nicht zuerst finster macht, sondern menschlich, warm und froh.

"Gutes tun"


Die Freude des Christen bleibt nicht bei Gefühlen stehen. Sie wird sichtbar.

Philipp Neri war kein großer Politiker, kein mächtiger Kirchenfürst. Aber er hatte ein offenes Herz. Er hörte zu, tröstete, half Armen, brachte junge Menschen zusammen, führte viele zurück zum Glauben.

Das Gute beginnt selten spektakulär. Es beginnt im Kleinen:


  • ein freundliches Wort,
  • Geduld mit einem schwierigen Menschen,
  • ein Besuch bei einem Einsamen,
  • ehrliche Arbeit,
  • Vergebung statt Nachtragen,
  • Zeit für Gott.

Viele Menschen warten auf die großen Gelegenheiten und übersehen die kleinen täglichen Werke der Liebe. Doch gerade dort wohnt Christus. Die Welt wird nicht zuerst durch große Reden verändert, sondern durch Menschen, die das Gute tatsächlich tun.

"…und die Spatzen pfeifen lassen"


Vielleicht ist das der schwerste Teil. Was werden die Leute sagen? Was denken die anderen über mich? Warum werde ich kritisiert? Warum verstehen mich manche nicht? Philipp Neri antwortet fast lachend: „Lass die Spatzen pfeifen.“ Spatzen machen Lärm. Sie zwitschern überall. So ist auch das Gerede der Menschen: heute laut, morgen vergessen.

Wie viel Kraft verlieren wir, weil wir ständig auf Stimmen hören, die uns verunsichern:


  • Klatsch,
  • Kritik,
  • Neid,
  • Erwartungen,
  • ständiges Vergleichen.

Wer immer nur nach dem Urteil anderer lebt, wird nie frei. Das bedeutet nicht, gleichgültig oder hart zu werden. Aber es bedeutet: Das letzte Wort über dein Leben hat nicht die Meinung der Menschen — sondern Gott. Jesus selbst wurde missverstanden, verspottet und abgelehnt. Und dennoch ging er seinen Weg in Liebe weiter.

Die Weisheit des heiligen Philipp Neri ist erstaunlich aktuell:


  • Fröhlich sein — weil Gott uns trägt.
  • Gutes tun — weil Liebe konkret werden muss.
  • Die Spatzen pfeifen lassen — weil nicht jedes Urteil wichtig ist.

Vielleicht wäre die Welt heller, wenn mehr Christen genau so lebten: nicht verbittert, nicht ängstlich, nicht ständig empört — sondern voller Freude, Güte und innerer Freiheit. Bitten wir den heiligen Philipp Neri, dass auch wir Menschen werden, die Hoffnung verbreiten, das Gute tun und sich nicht vom Lärm der Welt beherrschen lassen. 

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