Kulinarik Main-Kinzig in Linsengericht eröffnet: Eine Küche, die Menschen verbindet
Dienstag, 04.08.2026
LINSENGERICHT - Eine Küche ist selten nur ein Raum zum Kochen. Sie erzählt etwas über die Kultur einer Gesellschaft: darüber, welchen Stellenwert gutes Essen hat, wie sorgfältig mit Ressourcen umgegangen wird und wie sie Menschen verbindet ...
Die neue Kulinarik Main-Kinzig der Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH in Linsengericht-Altenhaßlau erhebt genau diesen Anspruch. Mit dem symbolischen Banddurchschnitt eröffneten Geschäftsführerin Mareike Meister und Betriebsleiterin Stefanie Röder jetzt eine Zentralküche, die Qualität, Regionalität und Teilhabe miteinander verbinden will.
Rund 1.800 Quadratmeter umfasst die Zentralküche
Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren zur Eröffnung in die Baumschulenstraße gekommen. Der Anlieferungshof war für diesen Anlass kaum wiederzuerkennen. Weiße Pavillons, Olivenbäumchen und mediterrane Dekoration verliehen dem Gelände eine sommerliche Leichtigkeit. Rund 1.800 Quadratmeter umfasst die Zentralküche mit ihren Produktions- und Kühlräumen, Büros und Umkleidebereichen. Auch technisch ist alles auf modernstem Stand: Beeindruckend sind unter anderem die großen, programmierbaren Garkessel, die bis zu 360 Liter fassen, oder die Gemüsewaschmaschine. Künftig können in der Kulinarik Main-Kinzig bis zu 4.000 Essen täglich zubereitet werden.
„Der Bedarf an verlässlicher Versorgung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Ebenso wie der Anspruch an Qualität, Frische und Regionalität“, berichtet Betriebsleiterin Stefanie Röder. Zielgruppen der Zentralküche sind neben Schulen und Kitas auch Seniorenheime und andere soziale Einrichtungen. Die Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH, ein Tochterunternehmen des BWMK, bringt dafür langjährige Erfahrung mit. Bereits heute werden mehr als 25 Schulen im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau täglich mit Mittagessen und Zwischenversorgung beliefert.
"Deckel drauf. Qualität drin."
Ihr Selbstverständnis fasst die Kulinarik Main-Kinzig in einem
knappen Leitsatz zusammen: „Deckel drauf. Qualität drin.“ Die
stilisierte Speisehaube als Markenzeichen verweist bewusst auf
klassische Kochkunst. „Entscheidend ist, dass das Essen schmeckt und aus
frischen, möglichst regionalen Zutaten hergestellt wird“, unterstreicht
Röder. Der Slogan stehe für eine Küche, die handwerkliche Qualität mit
den Anforderungen zeitgemäßer Gemeinschaftsverpflegung verbinden wolle.
Auch
Geschäftsführerin Mareike Meister rückte weniger das Gebäude als dessen
Aufgabe in den Mittelpunkt. Die neue Küche stehe nicht nur für
hochwertige Verpflegung, sondern ebenso für gesellschaftliche Teilhabe.
Rund 30 Mitarbeitende werden hier künftig tätig sein –
selbstverständlich auch Menschen mit Behinderung. Eine hochwertige
Dienstleistung zu erbringen und gleichzeitig soziale Verantwortung zu
übernehmen seien dabei keine Gegensätze, sondern Teil desselben
Konzepts.
"Gewinn für die Gemeinde"
Der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Uwe Häuser (CDU),
der Landrat Thorsten Stolz vertrat, verwies auf den steigenden Bedarf an
leistungsfähigen Verpflegungsstrukturen. Mit dem Rechtsanspruch auf
Ganztagsbetreuung werde die Versorgung von Schulen zu einer zentralen
Zukunftsaufgabe. Gleichzeitig wachse die Nachfrage in
Kindertagesstätten, Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen.
Linsengerichts
neuer Bürgermeister Markus Betz (CDU) bezeichnete die Ansiedlung der
Kulinarik als Gewinn für die Gemeinde. Das Projekt zeige, dass moderne
Arbeitsabläufe selbstverständlich von Menschen mit und ohne Behinderung
gemeinsam gestaltet werden können.
Architekt Christoph Rack
wiederum lenkte den Blick auf den Entstehungsprozess. Bauen und Kochen,
sagte er, folgten ähnlichen Prinzipien: Beide verlangten Präzision,
hochwertige Zutaten beziehungsweise Materialien und das sorgfältige
Zusammenspiel vieler einzelner Elemente. Erst wenn alles
ineinandergreife, entstehe ein überzeugendes Ergebnis.
Handwerklich zubereitete Gemeinschaftsverpflegung
Dank galt
den Menschen hinter dem Projekt. Mareike Meister würdigte insbesondere
Betriebsleiterin Stefanie Röder und den kaufmännischen Leiter Artur
Kusai, die die Planungs- und Bauphase maßgeblich begleitet hatten.
Blumen und Geschenke waren Ausdruck dieser Anerkennung. Das gesamte
Küchenteam, das geschlossen in grünen Poloshirts auftrat, erhielt mit
einem Augenzwinkern für den Energieschub im Arbeitsalltag einen
Kaffeeautomaten sowie ein „Naschglas“ mit Süßigkeiten.
Wie die
Kulinarik ihren Qualitätsanspruch versteht, ließ sich anschließend
bereits probieren. Kichererbsensalat, sommerliche Tortilla, frisch
gebackenes Brot, hausgemachte Aufstriche, feine Desserts und weitere
Leckereien bildeten eine Kostprobe dessen, was künftig täglich
tausendfach ausgegeben werden soll: handwerklich zubereitete
Gemeinschaftsverpflegung.
Der eigentliche Erfolg der neuen Küche wird sich allerdings nicht an ihrer Architektur oder an ihrer technischen Ausstattung messen lassen. Entscheidend wird sein, ob sie den Spagat schafft, den sie sich selbst vorgenommen hat: mehrere tausend Mahlzeiten pro Tag zu produzieren und dabei den Anspruch an Frische, Regionalität und handwerkliche Qualität einzulösen. (red)

