Zwei Millionen Euro für ein Netz: Kunstwerk spaltet Frankfurt
Foto: Stadt Frankfurt am Main">
Samstag, 15.08.2026
von Redaktion Kinzig.News
FRANKFURT AM MAIN - Eine schwebende Netzskulptur für zwei Millionen Euro sorgt in Frankfurt für Diskussionen. Das Kunstwerk „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ hängt über der Konstablerwache und soll dort drei Jahre lang bleiben.
Das rund 200 Quadratmeter große Gebilde besteht aus roten und blauen Netzen. Vier Pfosten halten die Installation in etwa sieben Metern Höhe. Geschaffen wurde sie von der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman.
Kritik an den Kosten des Frankfurter Kunstwerks
In den sozialen Netzwerken stößt das Kunstwerk auf deutliche Kritik. Nutzer bezeichnen die Installation unter anderem als sinnlos oder hässlich. Vor allem die Kosten von zwei Millionen Euro stehen im Mittelpunkt der Debatte, wie mehrere Medien berichten.
Kritiker fordern, das Geld stattdessen für konkrete Verbesserungen in der Stadt einzusetzen. Genannt werden ein Sonnensegel über dem im Sommer stark aufgeheizten Platz, ein Brunnen, zusätzliche Bäume und Sitzbänke. Andere verweisen auf den Sanierungsbedarf an Schulen oder den fehlenden Hitzeschutz in Altenheimen.
Stadt erklärt Finanzierung der zwei Millionen Euro
Das Frankfurter Kulturdezernat weist darauf hin, dass die Ausgaben nicht aus dem laufenden Kulturetat stammen. Demnach seien für das Kunstwerk keine Mittel bei anderen Vorhaben aus den Bereichen Kunst, Kultur oder Wissenschaft gekürzt worden.
Rund 1,2 Millionen Euro stammen laut Stadt aus übertragenen Mitteln der „Initiative Innenstadt“ aus dem Jahr 2024. Diese hätten aus organisatorischen Gründen nicht ausgegeben werden können und wären andernfalls verfallen. Der restliche Betrag wurde demnach über den Nachtragshaushalt 2025 finanziert.
Netz soll Offenheit und Demokratie symbolisieren
Die Auftraggeber verstehen das Kunstwerk als Symbol für Offenheit, Vielfalt und internationale Verbundenheit. Die unterschiedlichen Farben sollen nach ihrer Darstellung sowohl das Zusammenspiel kultureller Perspektiven als auch das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zeigen.
Zugleich soll das Netz das Leitthema „Design for Democracy“ der „World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain“ aufgreifen. Jeder Knoten stehe dabei sinnbildlich für einen Teil der Gesellschaft, jede Verbindung trage zur Stabilität des gesamten Netzes bei.
Licht- und Soundshow zur Eröffnung
Anlass für den Auftrag ist Frankfurts Titel als „World Design Capital 2026“. Unter diesem Dach finden während des Jahres zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region statt.
Am Dienstag soll die Installation im Museum Angewandte Kunst offiziell vorgestellt werden. Erwartet werden neben Janet Echelman auch Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef. Bei Einbruch der Dunkelheit ist an der Konstablerwache eine Licht- und Soundshow geplant. Anschließend soll das Kunstwerk jede Nacht beleuchtet werden. (red)