Panikattacken und Schlafprobleme

Angehender MMA-Fighter überlebte Hanau-Attentat: Warum das Kämpfen ihm Halt gibt

Piter hat den rassistischen Anschlag von Hanau überlebt. - Foto: ARD


Samstag, 15.08.2026
von Redaktion Kinzig.News

HANAU - Piter hat den rassistischen Anschlag von Hanau überlebt, sechs seiner Freunde wurden getötet. Die dreiteilige ARD-Dokuserie „Fight House – Der Weg zum MMA-Profi“ begleitet den 24-Jährigen nun bei seinem Versuch, mit Mixed Martial Arts Halt und Stabilität zu finden.

Der in Hanau aufgewachsene Kampfsportler bereitet sich in der Serie auf seinen ersten MMA-Kampf vor. Zugleich kämpft er mit den Folgen des Anschlags, seiner kriminellen Vergangenheit und fehlender Disziplin. Sein Ziel ist eine Karriere als Profikämpfer.

Piter berichtet von Panikattacken und Schlafproblemen

Am 19. Februar 2020 ermordete der rassistische Attentäter in Hanau neun Menschen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst. Piter befand sich während des Anschlags nach eigener Aussage in unmittelbarer Nähe des Täters. „Ich war mittendrin, der hat auch auf mich geschossen“, berichtet er in der Dokumentation.

Sechs der Getöteten habe er persönlich gekannt. Menschen, die unmittelbar neben ihm gestanden hätten, seien von den Schüssen getroffen worden. Piter selbst blieb unverletzt. Die Erlebnisse beschäftigen ihn bis heute. In der Serie spricht er über Panikattacken und Schlafprobleme. Einer geregelten Arbeit könne er derzeit nicht nachgehen.

Seine Brüder brachten Piter zum Mixed Martial Arts

Seine Brüder Rob und David bewegten Piter dazu, mit Mixed Martial Arts zu beginnen. Zuvor hatte der 24-Jährige bereits mehrere Jahre Kickboxen trainiert. Beim MMA werden Schlag- und Tritttechniken mit Ring- und Bodenkampf kombiniert.

Die drei Brüder trainieren gemeinsam in einem Gym in Stockstadt am Main. Rob und David helfen ihrem jüngeren Bruder nach dessen Angaben dabei, regelmäßig zum Training zu gehen und die notwendige Disziplin aufzubringen.

Piter war bereits im Jugendarrest

Piter berichtet in der Dokumentation auch offen über seine Vergangenheit. Er sei im Jugendarrest gewesen, habe zahlreiche Anzeigen erhalten und sei zeitweise als Intensivstraftäter geführt worden. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten befand er sich nach eigener Aussage wegen einer Körperverletzung auf Bewährung.

In der Serie wird Piter zudem mit einem drohenden Haftbefehl konfrontiert. Durch das MMA-Training will er mehr Struktur in seinen Alltag bringen. Der Sport soll ihm zugleich eine berufliche Perspektive und die Chance auf ein stabileres Leben eröffnen.

ARD-Serie begleitet weitere MMA-Kämpfer

Die Dokuserie des Hessischen Rundfunks begleitet neben Piter auch seine Brüder Rob und David. Während sie vor ihren ersten Profikämpfen stehen, hat der ebenfalls in Stockstadt trainierende Moritz den Einstieg in das Profigeschäft bereits geschafft.

Alle drei Folgen von „Fight House – Der Weg zum MMA-Profi“ sind seit Dienstag, 11. August, in der ARD Mediathek verfügbar. Das hr-fernsehen zeigt die komplette Serie am Montag, 24. August, ab 22 Uhr. (red)

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