Kleiner Biss, großes Risiko: So schützen Sie sich wirksam vor Zecken
Sonntag, 16.08.2026
von Redaktion Kinzig News
HESSEN - Ob beim Wandern, Radfahren oder Entspannen am See: Wer sich in der Natur aufhält, sollte an einen ausreichenden Zeckenschutz denken. Der ADAC Hessen-Thüringen gibt Tipps zu präventiven Maßnahmen und erklärt, was im Falle eines Stiches zu tun ist.
Durch die milden Wintertemperaturen sind Zecken immer häufiger ganzjährig in deutschen Wäldern und auf Feldern anzutreffen. Die blutsaugenden Spinnentiere haben zwar keine Augen und können weder springen noch aktiv jagen, erkennen ihre Beute jedoch an Körperwärme, Vibrationen, Feuchtigkeit sowie CO2 in der Atemluft. Dafür klettern sie auf Grashalme und niedrige Pflanzen, wo sie darauf warten, dass ein geeigneter Wirt vorbeikommt und sie abstreift. Dabei sind sie nicht wählerisch: Neben Hunden, Katzen und Menschen heften sich die kleinen Blutsauger an Igel, Nagetiere und Vögel.
Anders als häufig angenommen beißen Zecken nicht – sie stechen: Mithilfe ihrer Mundwerkzeuge ritzen sie eine kleine Wunde in die Haut des Opfers, aus der das Blut gesaugt wird. Der Zeckenstich allein verursacht meist keine oder nur geringe Beschwerden, allerdings können während des Blutsaugens potenziell gefährliche Krankheitserreger übertragen werden. Hierzu zählen Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Während Borreliose nachweislich von Zecken in ganz Deutschland übertragen werden kann, gibt es bei FSME bestimmte Risikogebiete. In Hessen zählen unter anderem die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Fulda dazu, außerdem ein großer Teil der Gebiete in Südhessen. Eine Übersicht bietet die Karte der FSME-Risikogebiete auf der Webseite des Robert Koch-Instituts: RKI - FSME
Wichtig: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen benötigt die Übertragung der Krankheitserreger bis zu 24 Stunden. Das bedeutet: Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Ansteckung.
Der beste Schutz gegen durch Zecken übertragbare Krankheiten ist, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Hierfür gibt es einige Tipps:
Wer trotzdem von einer Zecke gestochen wurde, sollte diese schnellstmöglich entfernen. Am besten eignen sich spezielle Hilfsmittel, wie eine Zeckenpinzette oder -karte. Wichtig ist, keinen Druck auf das Tier auszuüben, da potenzielle Krankheitserreger so leichter übertragen werden.
Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht, allerdings bietet die FSME-Impfung zuverlässigen Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Erwachsenen und Kinder, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder sich dort länger im Freien aufhalten.
Stich mit möglichen Folgen
Der beste Schutz: Stiche vermeiden