Vamos a cuba

Karibik-Feeling im Kurpark: Hunderte feiern Salsa, Merengue und Bachata

Der Bad Orber Kurpark verwandelte sich am Donnerstagabend in ein kleines Stück Kuba - Fotos: Andrea Euler


Freitag, 14.08.2026
von JUERGEN LAUER

BAD ORB - Hunderte auf der Tanzfläche, eine laue Sommernacht, wunderbare Stimmung, Gesang und Tanz bis 22 Uhr, Menschen zwischen 18 und 90 Jahren und aus zahlreichen Kulturkreisen: Die Summer Vibes, wie die Veranstalter die After-Work-Veranstaltungsreihe im Kurpark benamt haben, haben am zurückliegenden Donnerstag Abend laut Veranstaltungsleiter Christian Edel von der Bad Orb Kur GmbH „alle Rekorde dieser Veranstaltungsreihe gesprengt“. 

Danyel Monego von der wunderBAR Eventgastronomie war noch am Freitag völlig begeistert: „Die Gäste waren Herzensmenschen, es war unglaublich harmonisch. Alle haben Spaß gehabt, es war ein tolles Miteinander.“ Dass deutlich mehr Gäste die „Karibische Nacht“ mit Daniel und Carlos unter dem Motto „Vamos a Cuba“ aufsuchten als erwartet, stellte die Gastronomie vor Ort vor Herausforderungen. „Wir arbeiten an neuen Konzepten und sind für alle Vorschläge offen“, wie Monego sagt, der die lange Wartezeit auf ausgesuchte Köstlichkeiten und erfrischende Getränke offenbar mehr bedauerte als die Gäste. „Es gab so viel Zuspruch und Verständnis, das ist einfach überwältigend.“

Good Vibes Only 

Das Konzept, das „Good Vibes Only“ schon in der Ankündigung forderte, ist damit aufgegangen: Genießen, Verweilen und Erleben ist Programm, neu in diesem Jahr sind Live-Acts und DJs, die die Abendstunden bei freiem Eintritt verschönern. Am Donnerstag waren es Daniel Mena Medrano und Carlos Chávez, die die kubanische Lebensfreude und Herzlichkeit in den Park und die Herzen der Gäste zauberten. 

Die Kubaner, die beide vor rund fünf Jahren ihrer großen Liebe nach Deutschland folgten, hätten aktuell genug Anlass zu Sorge und Niedergeschlagenheit: Kuba leidet unter einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise, eingeschränkte Stromversorgung und mangelnder Treibstoff bestimmen den Alltag ihrer Familien. Die ließen sich als Profis davon am Veranstaltungsabend allerdings nichts anmerken: Daniel Mena Medrano ist professioneller Schlagzeuger, Percussionist, Musik- und Tanzlehrer, Carlos Chávez Musiker und Musiklehrer. Sie verkörperten den gesamten Abend über überbordende Lebensfreude, ansteckende Herzlichkeit und die Liebe zu karibischen Rhythmen. 

Letztere waren es sicher auch, die den Großteil der zahlreich anwesenden Spanier und Latinos anlockten, von denen einzelne im Guayabera oder bunten Kleidern und mit Blüte im Haar hervorstachen. Sie machten Stimmung - im Park und letztlich auch auf der Tanzfläche, auf der durchgehend mehr als hundert Tanzbegeisterte ihrer Leidenschaft frönten. Die lebhaften Tänze Salsa und Merengue und der langsam-sinnliche Bachata wechselten sich dabei ab. Wer diese lateinamerikanischen Tänze mit ihren ganz eigenen Rhythmen, Takten und Schrittfolgen nicht kannte, blieb nicht außen vor: Die Alzenauer Tanzschule von Christina Stieber war mit etlichen Tänzerinnen und Tänzern vor Ort und nutzte den ganzen Abend über und selbst während der Konzertpausen die Gelegenheit, Interessierten neue Tanzschritte beizubringen.

Lebensfreude pur 

Moderne Lieder wie „Suavemente“, „Despacito“ und „Vivir mi vida“ gingen ebenso in die Beine wie die kubanischen Klassiker „Chan Chan“ und „La vida es un carneval“. „Das ist Lebensfreude, so was vermissen wir hier in Deutschland“, waren sich einige Besucher im Gespräch in einer Tanzpause einig. Sie machten sich zumindest für diesen Abend eine den Kubanern nachgesagte Eigenschaft selbst zu eigen: Trotz widriger Bedingungen den Optimismus zu behalten und aus allem das Beste zu machen. Entsprechend gab es wenige, die die langen Warteschlangen an der Theke scheuten. Die meisten harrten aus, feierten und tanzten - und hofften, noch etwas abzubekommen von der kreolischen Küche, mit der die Gastronomie aufwartete. Es gab zumindest am frühen Abend Cuban Bowls mit Reis, Hühnchen, Bananen, Chips, Mango, Salsa und Barbecue Chicken, außerdem eine Habanero Bratwurst. Später blieben nur noch Chips zur Auswahl übrig. Als besondere Spezialitäten gab es Cuba Libre, Mojito und Pina Colada – auch in einer alkoholfreien Variante.

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