Heftige Vorwürfe: Frankfurter Horror-HNO-Arzt sitzt in Untersuchungshaft
Samstag, 22.08.2026
von Redaktion Kinzig.News
FRANKFURT AM MAIN - Ein 76 Jahre alter Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Frankfurt ist am Donnerstagmorgen festgenommen worden. Gegen den Mediziner besteht nach Angaben der Staatsanwaltschaft der dringende Verdacht der besonders schweren sexuellen Nötigung und der gefährlichen Körperverletzung.
Das Amtsgericht Frankfurt erließ wegen Wiederholungsgefahr einen Haftbefehl. Der Mann wurde anschließend in Untersuchungshaft gebracht. Die Ermittler gehen derzeit von 14 mutmaßlichen Taten zwischen 2016 und 2025 aus.
Arzt soll Patienten bewusst starke Schmerzen zugefügt haben
Der Mediziner soll während Behandlungen männlicher Patienten absichtlich extreme Schmerzen verursacht haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er sich dabei auf die Männer gelegt und an ihnen gerieben haben, um sich sexuell zu erregen.
Mehrere Betroffene berichteten der Hessenschau über die Vorwürfe. Demnach soll der Arzt ohne Vorwarnung mit einem medizinischen Instrument durch die Nase bis in den Bereich der Kiefer- oder Nebenhöhlen vorgedrungen sein. Wegen der heftigen Schmerzen hätten sich die Patienten kaum wehren können.
Dutzende weitere Betroffene melden sich
Die Hessenschau hatte die Vorwürfe gegen den Arzt erstmals im Mai öffentlich gemacht. Nach der Berichterstattung meldeten sich demnach Dutzende weitere Männer, die von ähnlichen Erlebnissen berichteten.
Seit Bekanntwerden der Vorwürfe konnten nach Angaben des Senders keine Termine mehr bei dem Mediziner vereinbart werden. Sein Bild und sein Profil verschwanden von der Internetseite der Praxisgemeinschaft. Betroffene berichteten jedoch, der Mann habe anschließend versucht, privat Kontakt mit ihnen aufzunehmen.
Ermittler prüfen weitere mögliche Fälle
Die Ermittlungen beschränken sich nicht auf die bislang genannten 14 Fälle. Die Staatsanwaltschaft prüft weitere Hinweise auf mögliche Übergriffe. Einige Männer berichteten von Vorfällen, die bis in die 1980er-Jahre zurückreichen sollen.
Bei weit zurückliegenden mutmaßlichen Taten muss jeweils geprüft werden, ob eine strafrechtliche Verfolgung noch möglich ist. Ein Teil der möglichen Fälle könnte bereits verjährt sein.
Polizei richtet eigene Arbeitsgruppe ein
Nach Informationen der Hessenschau hat die Frankfurter Polizei eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie soll die Vielzahl der Anzeigen und Hinweise koordinieren.
Wie viele weitere Verdachtsfälle derzeit untersucht werden, teilten die Behörden nicht mit. Auch zu möglichen Beweismitteln und den Ergebnissen der bisherigen Ermittlungen lagen zunächst keine weiteren Angaben vor.
Beschuldigter äußerte sich bislang nicht
Der 76-Jährige war bereits im Mai mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Auf eine Anfrage der Hessenschau äußerte er sich damals nicht.
Die Ermittlungen dauern an. Bis zu einer möglichen rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.