Karstadt-Haus auf Frankfurter Zeil wieder leer – diese Händler sollen einziehen
Samstag, 22.08.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT AM MAIN - Das frühere Karstadt-Gebäude auf der Frankfurter Zeil steht wieder leer. Die Modekette Bershka hat ihre Filiale Anfang August geschlossen, inzwischen ist auch der asiatische Supermarkt Go Asia ausgezogen. Lange soll der Leerstand allerdings nicht dauern: Bereits im September soll der Umbau des markanten Kaufhauskomplexes beginnen. Mit C&A und TK Maxx nennt der Eigentümer bereits zwei künftige Nutzer.
Für Besucher der größten hessischen Einkaufsmeile bedeutet das zunächst vor allem eine weitere Großbaustelle. Die Arbeiten sollen sich über einen längeren Zeitraum ziehen. Bis spätestens Juli 2028 will die Eigentümergruppe Sahle Wohnen die modernisierten Flächen an die neuen Mieter übergeben. Eine frühere Fertigstellung sei allerdings möglich.
Bershka schließt nach nur zwei Jahren auf der Zeil
Bershka hatte große Teile des Erdgeschosses des früheren Warenhauses erst 2024 übernommen. Die Filiale galt damals als außergewöhnlich groß: Rund 4000 Quadratmeter standen dem zum spanischen Inditex-Konzern gehörenden Modelabel zur Verfügung. Der Standort war allerdings von Beginn an als Übergangslösung geplant.
Anfang August war nun Schluss. Ganz aus Frankfurt verschwinden soll Bershka offenbar nicht. Nach Informationen der Hessenschau plant die insbesondere bei jüngeren Kunden beliebte Modekette noch in diesem Jahr einen neuen Standort im Skyline Plaza nahe der Messe. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens liegt bislang nicht vor.
Auch Go Asia hat das Karstadt-Gebäude verlassen. Der Supermarkt im Untergeschoss öffnete am vergangenen Samstag zum letzten Mal. Die Kette bleibt in Frankfurt jedoch präsent: Eine weitere Filiale befindet sich im benachbarten Einkaufszentrum MyZeil, zudem ist ein Standort am Frankfurter Hauptbahnhof vorgesehen. Bis Ende August sollen Bershka und Go Asia ihre bisherigen Flächen vollständig geräumt haben.
Umbauten an Fassade im Jahr 2027
Danach beginnt der Umbau. Im September sollen zunächst Arbeiten im Inneren starten. Ab 2027 soll auch die Außenansicht verändert werden. Für die ersten drei Etagen ist unter anderem eine große Glasfassade vorgesehen. Die oberen Stockwerke des sechsgeschossigen Gebäudes sollen dagegen vorerst beziehungsweise voraussichtlich dauerhaft ohne Nutzung bleiben.
Damit haben sich die Pläne für das Areal deutlich verändert. Nach der Karstadt-Schließung hatte der Eigentümer zunächst einen Abriss des Gebäudes erwogen. An gleicher Stelle sollte ein Neubau mit Einzelhandel, Wohnungen und möglicherweise einem Hotel entstehen. Diese weitreichende Neuentwicklung wird nun nicht umgesetzt. Stattdessen soll der bestehende Komplex modernisiert werden.
C&A und TK Maxx sollen ins ehemalige Karstadt ziehen
Für die neu gestalteten Flächen gibt es bereits konkrete Namen. Nach Angaben der Eigentümergruppe sollen C&A und TK Maxx einziehen. Beide Unternehmen sind in Frankfurt bereits vertreten. C&A betreibt derzeit nur wenige Meter entfernt eine Filiale an der Konstablerwache. TK Maxx verfügt ebenfalls über mehrere Standorte im Stadtgebiet. Eine offizielle Bestätigung der beiden Handelsunternehmen zu den neuen Filialen steht allerdings noch aus.
Auch der Sportartikelhändler Decathlon zeigt laut Sahle Interesse an Flächen im früheren Karstadt-Komplex. Decathlon ist allerdings bereits mit einem Geschäft auf der Zeil vertreten. Welche Verkaufsflächen das Unternehmen übernehmen könnte und ob es tatsächlich zu einem Vertragsabschluss kommt, ist bislang offen.
Noch eine Großbaustelle auf der Frankfurter Zeil
Für die Frankfurter Innenstadt ist der Umbau von besonderer Bedeutung. Seit dem Ende des klassischen Warenhausbetriebs kämpft der riesige Komplex mit wechselnden Zwischennutzungen und Leerstand. Nach der Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte unter anderem der Aachener Department Store dort nur ein kurzes Gastspiel. Bershka und Go Asia sorgten zuletzt zumindest in Teilen des Gebäudes wieder für Kundenverkehr.
Die Stadt Frankfurt begrüßt deshalb grundsätzlich, dass das Gebäude wieder dauerhaft genutzt werden soll. Gleichzeitig wächst damit der Baustellenbereich auf der Zeil. Direkt neben dem ehemaligen Karstadt wird bereits seit rund zwei Jahren ein weiterer Gebäudekomplex saniert. Teile der Einkaufsstraße sind dort für Bauarbeiten abgesperrt beziehungsweise für Baufahrzeuge vorbereitet..
Frankfurts Planungsdezernent Markus Gwechenberger (SPD) stellt vor allem die künftige Nutzung in den Vordergrund. Entscheidend sei zunächst, dass kein dauerhafter Leerstand entstehe. Andere städtebauliche Ideen für das Areal rücken damit allerdings zunächst in die Ferne. Eine zusätzliche Verbindung durch den Gebäudekomplex, mit der langfristig eine weitere Parallelgasse zur Zeil entstehen könnte, lässt sich mit der aktuellen Planung vorerst nicht verwirklichen. Die Stadt will dieses Ziel nach Angaben des Dezernenten dennoch langfristig weiterverfolgen. (red)