Mit Beharrlichkeit, Mut und unternehmerischem Weitblick

Drei Jahrzehnte für die Teilhabe: So hat Jürgen Müller die BWMK-Gruppe geprägt

Jürgen Müller (links) wie er leibt und lebt auf dem Gelände der Heinzelmännchen-Wäscherei - hier mit Geschäftsbereichsleiter Sascha Schüßler (Mitte) und dem ehemaligen Personalleiter Georg Hollerbach. - Foto: Dorothee Müller


Sonntag, 06.09.2026

BAD SODEN-SALMÜNSTER / MKK - Wer Jürgen Müller kennt, weiß: Er ist kein Mann großer Worte. Lieber packt er an, sucht Lösungen und bringt Projekte voran ...

Seit 30 Jahren gehört er zu den prägenden Persönlichkeiten der BWMK-Gruppe (Behinderten-Werk Main-Kinzig). Nun wurde im Digitaldruckzentrum „Alte Wäscherei“ in Bad Soden-Salmünster sein Dienstjubiläum gefeiert – Anlass für Weggefährten und Führungskräfte, auf eine außergewöhnliche berufliche Laufbahn zurückzublicken.

Ideen in die Tat umgesetzt


Begonnen hat Müller Mitte der 1990er-Jahre in der Auftragsabwicklung der Werkstätten. Schnell wurde deutlich, dass sein Blick weit über das Tagesgeschäft hinausreicht. Ob technische Herausforderungen, organisatorische Fragen oder die Entwicklung neuer Geschäftsfelder: Müller verstand es stets, Chancen zu erkennen und Ideen in die Tat umzusetzen.

„Er brauchte nie einen Titel, um Verantwortung zu übernehmen“, erinnerte sein langjähriger Weggefährte und heutiger Geschäftsbereichsleiter Teilhabe in Arbeit, Sascha Schüßler, in einer persönlichen und bewegenden Rede. Seine Stärke sei es gewesen, Menschen, Prozesse und wirtschaftliche Anforderungen gleichermaßen im Blick zu behalten. Damit habe er dazu beigetragen, das BWMK zu einem vernetzten Sozialunternehmen zu entwickeln, das Menschen mit Behinderungen bei der Teilhabe in allen Bereichen in der Gesellschaft unterstützt.

Mit Beharrlichkeit, Mut und unternehmerischem Weitblick 


Besonders eng verbunden ist Jürgen Müllers Name mit der Geschichte der Heinzelmännchen Wäscheservice und Hausdienstleistungs GmbH. Als er Verantwortung für die erste Inklusionsfirma des BWMK übernahm, war die Wäscherei noch ein vergleichsweise kleiner Betrieb im Rückmühlenweg 24 in Bad Soden-Salmünster. Mit Beharrlichkeit, Mut und unternehmerischem Weitblick trieb Müller, der aus dem Schlüchterner Ortsteil Hutten stammt und dort bis heute lebt, die Weiterentwicklung voran. Unter seiner Mitwirkung entstand am Standort Wächtersbach ein moderner Inklusionsbetrieb, der heute rund 120 Menschen mit und ohne Behinderungen tariflich beschäftigt.

Zu den Meilensteinen seines Wirkens zählen der Neubau der Wäscherei in Wächtersbach ebenso wie der Aufbau neuer Geschäftsfelder. Schüßler erinnerte daran, dass Müllers Zuversicht und sein unternehmerisches Handeln maßgeblich dazu beigetragen hätten, Entscheidungsträger zu überzeugen und neue Wege zu beschreiten. Viele Projekte, die heute als selbstverständlich gelten, wären ohne seinen Einsatz nicht oder nicht in dieser Form umgesetzt worden.

Ein absoluter Allrounder


Das Wirken des heute 63-Jährigen beschränkte sich dabei nie auf einen einzelnen Betrieb. Innerhalb der BWMK-Gruppe gilt Müller als Allrounder, der Herausforderungen pragmatisch angeht und auch vor ungewöhnlichen Aufgaben nicht zurückschreckt. Das zeigte sich beispielsweise, als die Mitarbeitenden im BWMK Lebensmittelpakete für die humanitäre Hilfe in Krisengebieten zusammenstellten. Wo andere vor der organisatorischen Dimension zurückgeschreckt wären, organisierte Müller gemeinsam mit seinem Team Beschaffung, Lagerung und Logistik – getreu seinem Grundsatz, dass „Geht nicht“ keine Option ist.

Bei aller Tatkraft verlor Müller nie den Blick für die Menschen. Sein Anspruch war es stets, gute und nachhaltige Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. „Damit verkörpert er in besonderer Weise den Auftrag der BWMK-Gruppe, auch in der Arbeitswelt Teilhabe zu ermöglichen“, so Schüßler.

Von Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung


In seiner Dankesrede erinnerte Jürgen Müller an die vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, die ihn auf seinem beruflichen Weg unterstützt haben. Besonders hob er den ehemaligen BWMK-Geschäftsführer Martin Berg hervor, mit dem ihn über nahezu drei Jahrzehnte eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit verband. Viele Entwicklungen der vergangenen Jahre seien möglich gewesen, weil beide gemeinsam Ideen verfolgt, Chancen genutzt und auch schwierige Entscheidungen getragen hätten.

Auch BWMK-Geschäftsführerin Mareike Meister würdigte die Verdienste des Jubilars. Sie dankte Jürgen Müller für seinen unermüdlichen Einsatz, sein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein und seine Kreativität. Über viele Jahre habe er die Entwicklung der BWMK-Gruppe mitgestaltet und dabei immer wieder bewiesen, wie Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung miteinander verbunden werden können. (red)

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