Nach mutmaßlichem Giftmord: Ermittler durchsuchen Rathaus in Niddatal
Sonntag, 06.09.2026
von Redaktion Kinzig News
ROCKENBERG/NIDDATAL - Die Ermittlungen nach dem mutmaßlichen Giftmord an einem Fußballspieler aus Rockenberg haben nun auch das Rathaus der Stadt Niddatal erreicht. Dort wurde nach Informationen der Hessenschau die Arbeitsstelle des 35 Jahre alten Tatverdächtigen durchsucht. Auch seine Wohnung wurde von den Ermittlern unter die Lupe genommen. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.
Niddatals Bürgermeister Michael Hahn (CDU) bestätigte die Durchsuchung im Rathaus. In einer Stellungnahme der Stadt zeigte er sich angesichts der bekannt gewordenen Vorwürfe tief erschüttert. Die Stadt unterstütze die Kriminalpolizei bei der Spurensicherung vollständig. Zu weiteren Einzelheiten wolle man sich wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht äußern.
30-Jähriger stirbt nach Mannschaftsfahrt
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist der Tod eines 30 Jahre alten Fußballspielers des TuS Rockenberg. Der Mann hatte Mitte Juni vergangenen Jahres an einer Mannschaftsfahrt seines Vereins nach Dresden teilgenommen. Auch der inzwischen festgenommene 35-jährige Mannschaftskollege war bei der Reise dabei.
Nach der Rückkehr verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 30-Jährigen schnell und erheblich. Der alarmierte Rettungsdienst leitete Reanimationsmaßnahmen ein. Der Fußballer starb jedoch kurze Zeit später im Krankenhaus.
Rechtsmedizin stellt Vergiftung fest
Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben später, dass der Mann an multiplem Organversagen infolge einer Vergiftung gestorben war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, dem späteren Opfer heimlich Gift verabreicht zu haben.
Welche Substanz dabei verwendet worden sein soll und auf welche Weise das Gift verabreicht worden sein könnte, ist bislang nicht bekannt. Auch zu den konkreten Hintergründen der Tat machte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben.
Ermittler sprechen von persönlicher Rache
Nach Angaben der Ermittler könnte persönliche Rache hinter der mutmaßlichen Tat stehen. Die Hessenschau berichtet unter Berufung auf eigene Informationen, dass möglicherweise Eifersucht eine Rolle gespielt haben könnte. Offiziell bestätigt ist dieses Motiv bislang nicht.
Nach seiner Festnahme wurde der Beschuldigte einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußerte sich der 35-Jährige bislang nicht.
Stadt spricht von belastender Situation
Für die Stadt Niddatal bedeutet der Fall auch deshalb eine besondere Situation, weil der Verdächtige dort beschäftigt ist. Bürgermeister Hahn sprach von einer emotional äußerst belastenden Lage für die Mitarbeiter und die Stadt.
Welche Erkenntnisse die Ermittler bei der Durchsuchung des Rathauses und der Wohnung des Beschuldigten gewonnen haben, ist derzeit nicht bekannt. Die Ermittlungen zum Tod des 30-jährigen Fußballers dauern an.