Kripo ermittelt auf Hochtouren

Er stellte sich blutverschmiert der Polizei: Mann nach tödlicher Messerattacke festgenommen

Der mutmaßliche Täter, der zuletzt ohne festen Wohnsitz war, befindet sich nunmehr in einer hessischen Justizvollzugsanstalt. - Symbolbild: KN/Jonas Wenzel (Yowe)


Montag, 07.09.2026

GIESSEN - Die Staatsanwaltschaft Gießen und die Kriminalpolizei Gießen führen aktuell ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen einen 19-jährigen Mann. 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Hindemithstraße in Gießen zwei Männer mit einem Messer derart schwer verletzt zu haben, dass einer der beiden noch am Tatort verstarb.

18-Jähriger erliegt am Tatort seinen schweren Verletzungen


"Gegen 2:44 Uhr ging bei der Rettungsleitstelle ein Notruf ein. Ein Passant meldete im Kreuzungsbereich "Frankfurter Straße - Robert-Sommer-Straße" eine Person mit blutenden Verletzungen. Bei dem Verletzten handelt es sich um einen 26 Jahre alten Mann, der sogleich notfallmäßig in das Uniklinikum Gießen gebracht wurde", teilen Staatsanwaltschaft und Kripo am Montag mit.

"Im Rahmen der ärztlichen Behandlung konnten mehrere Stichverletzungen im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes festgestellt werden. Aktuell ist sein Gesundheitszustand stabil, er konnte aber noch nicht zum Sachverhalt befragt werden. Die eingesetzten Polizeibeamten konnten den Weg des Geschädigten bis zu einem Balkon in der Hindemithstraße zurückverfolgen. In der Wohnung fanden sie schließlich einen 18-Jährigen schwerverletzt vor. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb er noch am Tatort."

Stich mitten ins Herz


Die sich anschließende Tatortaufnahme sei von der Kriminalpolizei unter Mitwirkung der Rechtsmedizin Gießen und des sachleitenden Staatsanwalts durchgeführt worden. Es seien Lichtbilder gefertigt, der Tatort vermessen, Nachbarn befragt und umfangreiche Spuren gesichert worden. Ferner sei der Leichnam noch im Verlauf des gestrigen Tages auf Anordnung der Staatsanwaltschaft obduziert worden: "Hierbei wurden ebenfalls mehrere Messerstichverletzungen festgestellt. Ein Stich verletzte das Herz und führte zum Tod."

Was war das Motiv?


Zum genauen Tatablauf und dem Motiv seien nach derzeitigen Ermittlungsstand noch keine gesicherten Erkenntnisse vorhanden: "Der Beschuldigte stellte sich am gestrigen Morgen auf der Polizeistation Gießen Nord und trug blutverschmierte Kleidung. Er gab an, zwei Personen mit einem Messer im Zuge eines Streits verletzt zu haben. Weitere Angaben machte er zunächst nicht. Daraufhin wurde er vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Der Beschuldigte wurde außerdem gestern Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten und vollendeten Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung erließ", so Staatsanwaltschaft und Polizei.

Kripo ermittelt auf Hochtouren


Der mutmaßliche Täter, der zuletzt ohne festen Wohnsitz war, befindet sich nunmehr in einer hessischen Justizvollzugsanstalt. Bei sämtlichen Beteiligten handelt es sich um afghanische Staatsangehörige. Alle drei dürften sich zumindest bekannt gewesen sein. Offenbar hielt sich der Getötete zum Tatzeitpunkt in der Wohnung des 26-jährigen Geschädigten in der Hindemithstraße auf, bis es dort zum Angriff kam.

Der Beschuldigte ist nach den hiesigen Erkenntnissen bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Die umfangreichen Ermittlungen dauern weiter an. (red)

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