Nominiert für Publikumspreis

„Lego-Oma“ Rita Ebel braucht jetzt die Stimme

Aus der Idee ist ein Projekt geworden: Gemeinsam mit ihrer Familie und zahlreichen Helferinnen und Helfern hat „Lego-Oma“ Rita Ebel aus Lego-Steinen bereits 164 Auffahrhilfen gebaut - Foto: Stadt Hanau / Moritz Göbel


Sonntag, 13.09.2026
von Redaktion Kinzig News

HANAU - Hanau hat eine gute Chance auf einen besonderen Preis: Die weit über die Stadtgrenzen als „Lego-Oma“ bekannte Hanauerin Rita Ebel ist „Goldene Bild der Frau 2026“-Preisträgerin und nun für den Publikumspreis nominiert. „Bis zum 17. November können wir aus Hanau für unsere Favoritin abstimmen. Meine Stimme hat sie, meine Daumen sind gedrückt“, gratuliert Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri „Lego-Oma“ Rita Ebel zur Wahl und zur Nominierung.

„Mit ihrem Engagement, ihrem Mut, ihrer Herzlichkeit und ihrer offenen Art ist Rita Ebel eine wunderbare Botschafterin für unsere Stadt“, sagt Bürgermeister Dr. Bieri. „Ihre geniale Idee, aus Klemmbausteinen Auffahrhilfen für Rollstühle zu bauen, öffnet in Hanau und mittlerweile wetlweit auf sympathische Art wortwörtlich seit vielen Jahren Türen und schafft Zugang. Dass sich ihre Leidenschaft sogar bis ins ferne Hongkong herumgesprochen hat, beweist eindrucksvoll, wie gut ihr Konzept ist.“

Seit einem Verkehrsunfall vor 31 Jahren sitzt Rita Ebel im Rollstuhl. Statt sich von Barrieren aufhalten zu lassen, begann sie 2019 aus Legosteinen Rampen für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer zu bauen. Aus der Idee ist ein Projekt geworden: Gemeinsam mit ihrer Familie und zahlreichen Helferinnen und Helfern hat die heute 68-Jährige bereits 164 Auffahrhilfen gebaut, aus mehr als drei Tonnen Legosteinen. Die Bauanleitung wurde in neun Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 1.000-mal verschickt.

Seit 2021 ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hanau Trägerin des Projekts. Inzwischen verfügt Rita Ebel auch über eine eigene Werkstatt in der Schnurstraße, in der Hanauer Innenstadt werden die bunten Rampen in Handarbeit gefertigt. Doch die „Lego-Oma“ will nicht nur bauliche Barrieren beseitigen. Mit ihrem Projekt „Perspektivwechsel“ ermöglicht sie Menschen, selbst im Rollstuhl durch Hanau zu fahren und dabei alltägliche Hindernisse unmittelbar zu erfahren. So möchte sie auch Vorurteile und Berührungsängste abbauen und Menschen mit und ohne Einschränkungen näher zusammenbringen. „Die Stadt Hanau unterstützt Rita Ebel gerne bei ihren Projekten, weil sie mit viel Herzblut einen wichtigen Beitrag zur Barrierefreiheit und Inklusion leistet, der zudem noch bunt und fröhlich ist“, so Dr. Maximilian Bieri.

Der Preis, die Abstimmung

Beim Preis „Goldene Bild der Frau“ würdigt die Jury Frauen, die mit ihren Projekten gesellschaftliche Herausforderungen anpacken und konkrete Lösungen schaffen. 2026 sind neben Rita Ebel vier weitere Frauen ausgezeichnet worden: Charlotte Arnold von Pro Mater Sano e.V., Jermabelle Westner von Matulong-hilfreich e.V., Dr. Juliane Kronen von innatura gGmbH und Kara Schott von der Tiertafel Hamburg e.V. Jedes der fünf Projekte erhält ein Fördergeld von 15.000 Euro. Den zusätzlichen Publikumspreis, der mit 30.000 Euro dotiert ist und von der Deutschen Postcode Lotterie gestiftet wird, erhält der Gewinner am 18. November bei einer Gala im Stage Theater in Hamburg.

Noch bis zum 17. November kann für Rita Ebel und ihr Projekt abgestimmt werden. Das geht online Goldene Bild der Frau hilft e.V. oder telefonisch unter 01375/95 95 01 (0,14 Euro aus allen deutschen Netzen).

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