Wie steht es um die Zukunft des Ausdauer-Mehrkampfs im MKK?

"Das Projekt meines Lebens": Darum brennt Bad Orbs Teammanager Adi Kohr für den Triathlon

Die beiden Frauenmannschaften von Team Bad Orb gehören zu den hochklassigsten Sportmannschaften im Main-Kinzig-Kreis - Fotos: Frank Hau


Dienstag, 15.09.2026

BAD ORB - Die beiden Frauenmannschaften vom Team Bad Orb gehören zu den hochklassigsten Sportmannschaften im Main-Kinzig-Kreis.

Die Athletinnen investieren bis zu 25 Stunden pro Woche in Training und Wettkämpfe. In beiden Teams starten Triathletinnen, die in deutschen und europäischen Leistungszentren trainieren, bei Europa- und Weltcuprennen antreten und an Weltmeisterschaften der Elite und der Juniorinnen teilnehmen.

Kohr: "Das Projekt meines Lebens"


In den vergangenen Jahren haben sich die Mannschaften bemerkenswert entwickelt, strukturell verändert und neue Wege eingeschlagen. Teammanager Adi Kohr sieht in dem Projekt längst weit mehr als zwei erfolgreiche Bundesligateams.

„Wenn man so weit gekommen ist wie wir, weiß man, wie viel Arbeit, Zeit und persönliches Engagement in solchen Teams stecken“, sagt Kohr. Besonders beeindrucke ihn die Leidenschaft, der Teamgeist und die Zielstrebigkeit der Athletinnen. Wenn dann noch ein sportlich starkes Ergebnis gelinge, entstünden Emotionen und Glücksgefühle, die nur schwer zu beschreiben seien.

Erfolgreiche Saison fürs Team Bad Orb 


Sportlich verlief die Saison für das Team Bad Orb erfolgreich. Bereits zum Auftakt im Kraichgau zeigte die erste Mannschaft eine starke Leistung. Auch in Tübingen lief es gut. Überschattet wurde die Saison allerdings vom Radsturz der Kaderathletin Sarah Walter bei den Deutschen Meisterschaften. Im Allgäu musste das Team mit nur drei Athletinnen antreten, bevor in Hannover mit Platz vier erneut ein starkes Ergebnis gelang. In der Abschlusstabelle belegte das Team Bad Orb I den sechsten Platz und erzielte damit das zweitbeste Teamergebnis der Vereinsgeschichte. Nur 2024 war die Mannschaft mit Rang fünf noch erfolgreicher.

Auch das zweite Team setzte in seiner ersten Saison ein Ausrufezeichen. Als Aufsteiger gelang beim Saisonfinale der erste Tagessieg in der 2. Bundesliga. In der Abschlusstabelle belegte die Mannschaft den zehnten Platz. „Wir freuen uns sehr darüber, wie schnell sich diese neue Mannschaft zusammengefunden hat“, sagt Kohr.

Internationalität prägt beide Teams. Athletinnen aus Polen, Ungarn, Italien, Österreich und weiteren Ländern gehören zum Kader. Gleichzeitig möchte Kohr die Verbindung zur Region weiter stärken. Eine wichtige Rolle könnten dabei junge Sportlerinnen aus dem Main-Kinzig-Kreis spielen.

Die Athletinnen investieren bis zu 25 Stunden pro Woche in Training und Wettkämpfe.

Die Athletinnen investieren bis zu 25 Stunden pro Woche in Training und Wettkämpfe.

Wie steht es um die Zukunft des Triathlons im Main-Kinzig-Kreis?


„Wir würden unsere Athletinnen gerne häufiger hier in der Region präsentieren“, erklärt der Teammanager. Der Terminkalender mit Wettkämpfen und Trainingslagern sei jedoch sehr voll. Zwischen November und März gebe es deutlich mehr Möglichkeiten für gemeinsame Aktionen, Trainingswochenenden und Begegnungen vor Ort.

Zudem arbeite der Verein daran, zunehmend Athletinnen aus der Region in die zweite Bundesligamannschaft zu integrieren. Beim Schwimmverein Gelnhausen gebe es beispielsweise junge Sportlerinnen in der Triathlon-Nachwuchsabteilung, die künftig gerne für die Bad Orber Mannschaft starten würden. Auch in Bruchköbel werde die Jugendarbeit stark gefördert und es bestehe Interesse an hochklassigem Triathlonsport.

"Wir wollen anderen Vereinen keine Athletinnen wegnehmen"


Dabei gehe es nicht darum, anderen Vereinen Athletinnen wegzunehmen. Vielmehr wolle Team Bad Orb den Sportlerinnen eine zusätzliche Perspektive bieten, auf hohem Niveau Bundesliga zu starten. Für viele Nachwuchsathletinnen sei das eine wichtige Motivation. Auch internationale Talente sammelten im zweiten Team wertvolle Erfahrungen. Die gemeinsamen Reisen und Wettkämpfe schweißten die Mannschaft schnell zusammen.

„Wir haben mit Frank Hau meist einen professionellen Fotografen dabei. Solche Bilder nach dem Rennen sind für viele Athletinnen ein tolles Geschenk und eine große Motivation“, sagt Kohr. Die sportliche Qualität der Rennen, die professionelle Betreuung und das internationale Umfeld machten Team Bad Orb für viele Athletinnen attraktiv.

"Den Triathlon noch sichtbarer machen"


Für die weitere Entwicklung benötige der Verein jedoch zusätzliche Unterstützung. „Wenn sich weitere Partner für unsere hochklassigen Mannschaften interessieren und engagieren, dann hat dieses Projekt hier im Main-Kinzig-Kreis eine gute Zukunft“, betont Kohr. Ziel sei es, in der Region zu bleiben, den Triathlon noch sichtbarer zu machen und beide Mannschaften langfristig professionell weiterzuentwickeln.

Bad Orb und der Main-Kinzig-Kreis seien sportbegeisterte Regionen. Kohr wünscht sich deshalb, dass auch der Triathlon und die beiden Bundesligamannschaften in dieser vielfältigen Sportlandschaft noch stärker wahrgenommen und unterstützt werden. Junge Athletinnen aus der Region sollen gefördert und Menschen für den Triathlon begeistert werden.

Das könne allerdings nur in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Partnern gelingen. Gleichzeitig soll das Team Bad Orb ein Ort bleiben, an dem internationale Sportlerinnen zusammenkommen, voneinander lernen und sich weiterentwickeln. „Wenn wir auch in drei bis fünf Jahren mit zwei Mannschaften in der ersten und zweiten Bundesliga starten und dabei noch enger mit der Region verbunden sind, wäre das eine großartige Entwicklung“, sagt Kohr.

Emotionale Worte zum Schluss


Seine persönliche Verbindung zum Team beschreibt der 55-Jährige mit ungewöhnlich emotionalen Worten. Wenn eine Polin neben einer Ungarin sitze, eine Italienerin dazukomme und alle gemeinsam lachen, sich freuen und anschließend im Wettkampf füreinander kämpfen, sei das etwas ganz Besonderes. Diese Verbindung über Länder und Kulturen hinweg begeistere ihn.

„Als ich Student war, habe ich einmal eine Cocktailbar in Tübingen betrieben. Aber das hier ist ohne Zweifel das Projekt meines Lebens.“ (red)

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