Weniger Holznutzung lautet die Zauberformel

Langenselbold will Kommunalwald für den Klimawandel fit machen - NABU Hessen ist begeistert

Die Stadt Langenselbold hat beschlossen, der Klimaschutz-, Naturschutz- und Erholungsfunktion des Waldes Priorität einzuräumen. - Archivfoto: KN/Stefanie Harth


Freitag, 18.09.2026

LANGENSELBOLD / WETZLAR - Der NABU Hessen lobt die Pläne der Stadt Langenselbold, den eigenen Kommunalwald durch weniger Holznutzung auf die Klimaerwärmung einzustellen.

„Unsere heimischen Wälder brauchen jetzt eine Erholungspause, also weniger Holzeinschläge und auch Bereiche ohne Holznutzung“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Angesichts der häufigen Hitzesommer müssten die Kommunen ihre Waldstrategien deshalb zeitnah anpassen.

Wald vor Austrocknung schützen


„Dabei hilft eine ganz einfache Faustregel der Wald-Klimaforschung: Das Kronendach muss sich wieder schließen, um den Wald vor Austrocknung zu schützen“, so Sommerhage.

Besonders lobenswert sind nach Auffassung des NABU die Pläne der Stadt Langenselbold. Sie hat beschlossen, der Klimaschutz-, Naturschutz- und Erholungsfunktion des Waldes Priorität einzuräumen.

Einschlag-Moratorium für die Laubholz-Altbestände


„Mit einem Einschlag-Moratorium für die Laubholz-Altbestände könnte die Kommune einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz und gleichzeitig zum Artenschutz leisten“, erklärt Thomas Mathias vom NABU-Kreisverband Main-Kinzig.

Der NABU ermutigt die Stadt, der Empfehlung des Gutachters für die Forstbetriebsplanung zur Schaffung von Wäldern mit dauerhaft natürlicher Entwicklung zu folgen. Dafür seien die Auwälder innerhalb des Europäischen Schutzgebietes „Erlensee bei Erlensee und Bulau bei Hanau“ mit ihrer besonderen Artenvielfalt besonders geeignet.

Anpassung der Wälder an den Klimawandel


In Wäldern, in denen die Holzernte reduziert und teilweise ganz auf Holzfällungen verzichtet werde, gebe es weniger problematische Bodenverdichtung durch Erntemaschinen. Der Boden könne dadurch mehr Wasser speichern, was den Bäumen in sommerlichen Dürrezeiten helfe und die Trinkwassergewinnung fördere. Auch könnten dann Bodenpilze, die die Bäume über die Wurzeln ernähren, besser wachsen.

Wichtig sei es, so der NABU, die Resilienz der Wälder in Krisenzeiten aktiv zu fördern. Der NABU Hessen ruft daher alle hessischen Kommunen auf, neue Wege bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder zu gehen und sie durch Extensivierung der Nutzung besser an den Klimawandel anzupassen. (red)

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