"Gelnhäuser Original mit Herz, Seele und Verstand"

Brückenbauer mit klarer Haltung: Ehrenstadtrat Hubert Müller feiert 85. Geburtstag 

Hubert Müller (Mitte) an seinem 85. Geburtstag mit Bürgermeister Christian Lizinger (links) und Erstem Stadtrat Volker Rode. - Foto: Stadt Gelnhausen


Donnerstag, 24.09.2026

GELNHAUSEN - Er war die treibende Kraft hinter der Altstadtsanierung und der Entstehung der Main-Kinzig-Kliniken. Und das sind nur zwei Beispiele für die großen Spuren, die Hubert Müller in seiner Heimatregion hinterlassen hat.

Jetzt hat der Gelnhäuser Ehrenstadtrat und frühere Vizelandrat seinen 85. Geburtstag gefeiert. Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) würdigt seinen Parteifreund als „Gelnhäuser Original mit Herz, Seele und Verstand“.

"Ein echtes Vorbild"


„Hubert Müller hat unsere Stadt und den Main-Kinzig-Kreis geprägt, wie nur wenige andere Personen“, betont Bürgermeister Christian Litzinger. Gemeinsam mit Erstem Stadtrat Volker Rode hat der Rathauschef dem „Urgestein“ der Gelnhäuser CDU zu seinem 85. Geburtstag gratuliert – und die Verdienste des politischen Ausnahmetalents gewürdigt. Dabei wird der Jubilar bis heute auch in anderen politischen Lagern hochgeschätzt.

„Für mich ist Hubert Müller eine herausragende, prägende Figur und ein echtes Vorbild“, sagt Litzinger. „Bis heute beeindrucken mich seine klare Sicht auf die Dinge und sein gesunder Menschenverstand. Hubert Müller kann messerscharfe Pointen setzen und sagt oft an entscheidenden Stellen durch sein Schweigen mehr als andere mit mehrstündigen Reden.“

Leise im Auftreten, groß in der Wirkung


Für das große Rampenlicht interessierte sich der Christdemokrat nie. „Hubert Müller zog das geräuschlose Wirken im Hintergrund vor, und das tat er hocheffizient. Er hat die Gabe, auseinanderstrebende Interessen zu bündeln und breite Mehrheiten für politische Beschlüsse zu erzielen“, sagt Litzinger über seinen Parteifreund. „Dennoch vertritt er immer einen klaren Standpunkt und hat damit stets Weitsicht bewiesen.“

Die Spuren, die Hubert Müller in seiner Heimatstadt hinterlassen hat, sind zahlreich. In seiner Amtszeit als hauptamtlicher Erster Stadtrat trieb er die umfassende Sanierung der Altstadt voran. „Damit wurde der historisch gewachsene Kern vor dem Verfall bewahrt und zugleich ein lebendiger Ort für Handel, Tourismus, Gastronomie und Wohnen geschaffen“, betont Christian Litzinger. „Dieser Erfolg ist zum großen Teil das Verdienst von Hubert Müller, der die Interessen von Eigentümern, Gewerbetreibenden, dem Denkmalschutz sowie Anwohnerinnen und Anwohnern zusammengeführt hat.“

"Weit über die Grenzen Gelnhausens hinausgeblickt"


Zudem hat Müller maßgeblichen Anteil am Bau der Stadthalle als einem zentralen Ort für Vereine, Kultur und die Stadtgesellschaft. Als überzeugter Europäer gehörte der Christdemokrat zu den Initiatoren der Städtepartnerschaft zwischen Gelnhausen und der Gemeinde Marling in Südtirol. „Hubert Müller hat weit über die Grenzen Gelnhausens hinausgeblickt und gewirkt, sich dabei aber immer seine große Liebe zu seiner Heimatstadt bewahrt. Abgesehen von einer kurzen Zeit während seines Studiums hatte er hier stets seinen Erstwohnsitz“, sagt Litzinger.

Hubert Müller wurde in Gelnhausen geboren und ist in der Barbarossastadt aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er unter anderem in Freiburg Sozialwissenschaften. Auch beruflich war er zunächst im sozialen Bereich tätig. Nach der Gründung des Main-Kinzig-Kreises wurde er mit der Leitung der Hauptabteilung Soziales der Kreisverwaltung betraut, bevor er als hauptamtlicher Erster Stadtrat zur Stadt Gelnhausen wechselte.

Sein kommunalpolitischer Weg begann Ende der 1960er-Jahre. 1969 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz der Stadtverordnetenversammlung. Von 1970 bis 1972 stand er dem Parlament vor. Anschließend engagierte er sich jahrzehntelang als Magistratsmitglied und Stadtverordneter. Von 1981 bis 1993 wirkte Müller als hauptamtlicher Erster Stadtrat in Gelnhausen und war somit direkter Stellvertreter des Bürgermeisters.

Von Kliniken bis Wirtschaftsförderung: Prägende Rolle im Main-Kinzig-Kreis gespielt


Auch im Main-Kinzig-Kreis spielte der Christdemokrat eine prägende Rolle, unter anderem als Kreistagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1993 bis 1999 wirkte er als Erster Kreisbeigeordneter und damit als Vizelandrat. Als Krankenhausdezernent war er maßgeblich an der Umwandlung der ehemaligen „Eigenbetriebe Krankenhäuser“ in eine gemeinnützige GmbH beteiligt, aus der die heutigen Main-Kinzig-Kliniken hervorgegangen sind.

 Zu den weiteren Meilensteinen seines Wirkens im Kreis zählt die Konsolidierung der Finanzlage. Zudem war Müller entscheidend an den Weichenstellungen für die Errichtung der „Rainer-Krätschmer-Brücke“ in Wächtersbach beteiligt. Auch der Aufbau einer regionalen Wirtschaftsförderung geht auf Müller zurück. Von 2006 bis 2011 war der Gelnhäuser ehrenamtlicher Kreistagsvorsitzender.

Seine politische Heimat ist seit 1959 die Union, für die er in zahlreichen Funktionen Verantwortung übernahm. Von 1996 bis 2006 führte er die CDU Main-Kinzig als Kreisvorsitzender an. 2012 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbands ernannt. Im Mai 2026 wurde er mit der Alfred-Dregger-Medaille in Gold geehrt - der höchsten Auszeichnung der CDU Hessen.

Zwar hat er sich in den zurückliegenden Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, dennoch verfolgt Hubert Müller das politische Geschehen in Gelnhausen aufmerksam. Nach wie vor lebt er mit seiner Frau Petra in Meerholz. Zur Familie gehören zwei Töchter und Enkelkinder. (red)

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