Das steckt hinter dem Hitzeaktionsplan des Main-Kinzig-Kreises
Donnerstag, 08.10.2026
MAIN-KINZIG-KREIS - Die vergangenen Sommermonate haben bezüglich der Temperaturen wieder völlig neue Dimensionen erreicht und mit Wasserknappheit, Waldbränden und überdurchschnittlich vielen Todesfällen für krisenähnliche Zustände gesorgt.
„Diese Situationen sind neu und stellen uns vor besondere Herausforderungen. Aber vor allem müssen wir deutlich besser auf die gesundheitlichen Risiken anhaltender Hitze hinweisen und geeignete Maßnahmen anbieten“, sagt Landrat und Gesundheitsdezernent Thorsten Stolz und verweist auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplans (HAP) für den Main-Kinzig-Kreis.
"Risiken anhaltender Hitze werden häufig unterschätzt"
Im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz hat sich der zugehörige Lenkungskreis jüngst mit der Aktualisierung des Maßnahmenkatalogs sowie den bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung der vorgesehenen Konzepte befasst. Ziel ist es, den medizinischen Hitzeschutz der Bevölkerung fortlaufend an aktuelle Erkenntnisse und Herausforderungen anzupassen.
„Hitzeperioden nehmen in Häufigkeit und Intensität zu. Daher legen wir einen besonderen Fokus darauf, gesundheitliche Risiken für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis zu reduzieren und vorbeugend aktiv zu werden,“ erklärt Stolz. „Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Maßnahmen an heißen Tagen, sondern um eine nachhaltige Vorsorge und um eine umfassende Sensibilisierung in allen relevanten Bereichen unserer Gesellschaft.“

"Besonders gefährdete Gruppen erreichen"
Vielfach sei den Menschen nicht bewusst, welche Belastung eine anhaltende Hitze für den Organismus bedeutet. „Die hohen Temperaturen sorgen für ein komplexes Gesundheitsrisiko, das viele Lebensbereiche betrifft. Der menschliche Körper ist nur sehr begrenzt in der Lage, die dadurch verursachten Belastungen auszugleichen. Vor diesem Hintergrund stellt der Lenkungskreis sicher, dass medizinische, soziale und organisatorische Hilfeleistungen zusammen gedacht und praxisnah umgesetzt werden“, erläutert Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr. „Nur durch diese enge Vernetzung können wir besonders gefährdete Gruppen wirksam erreichen.“
Hitzeaktionsplan umfasst insgesamt 14 Maßnahmen
Der Hitzeaktionsplan umfasst insgesamt 14 Maßnahmen, die sich an den Alltag der Menschen im Main-Kinzig-Kreis anlehnen. Sie setzen darauf, auf der Grundlage der Wetterdaten frühzeitig über extreme Temperaturen zu informieren, für Risiken zu sensibilisieren und konkrete Hilfestellungen zu geben – bevor gesundheitliche Probleme entstehen. Gleichzeitig werden Fachkräfte, Einrichtungen und Ehrenamtliche darin unterstützt, die Auswirkungen der Hitze besser einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren.
„Ziel ist es, den Hitzeschutz dauerhaft im täglichen Leben, in Einrichtungen und in der kommunalen Arbeit zu verankern“, fasst Dr Wolfgang Lenz das weitrechende Konzept zusammen.
Die Langversion des Hitzeaktionsplans sowie eine Kurzfassung stehen auf den Internetseiten des Main-Kinzig-Kreises zur Verfügung. (red)